Wassenberg

Ab Sonntag, dem 13. Februar 2022, findet im Bergfried Wassenberg eine Ausstellung der Künstlerin Monika Jonas und des Künstlers Klaus Kaufmann in Zusammenarbeit mit der Kunst, Kultur und Heimatpflege Wassenberg gGmbH statt. Die beiden Kunstschaffenden beziehen sich mit ihren Werken auf die großen Herausforderungen, vor der die Welt derzeit steht. Krisen wie die Erderwärmung, die Umweltverschmutzung, das Tier- und Artensterben sowie die Corona-Pandemie bestimmten diesen zufolge die Schlagzeilen und die Zukunft der Menschen.
Die beiden Kunstschaffenden setzen sich in ihrer Ausstellung noch einmal anders hiermit auseinander und lassen Mut schöpfen. Auf ganz unterschiedliche Art werden Werkgruppen bespielt, die im Dialog, aber auch im Kontrast stehen. In den drei Etagen des Bergfrieds gehen sie künstlerisch auf die Gegenwart und die Zukunft ein und zeigen ihre Positionen.

Besuchende können zwischen der bewusst geschönt-betörenden Utopie der Leinwände Jonas und der Wirklichkeit sowie den Objekten Kaufmanns hin und her schwanken. Es wird dazu aufgefordert, sich selbst ein Bild zu machen und einen eigenen Standpunkt zu bestimmen: „Wo stehe ich, wo will ich hin als Mensch in dieser Welt? Möchte ich mich lieber ‚wegträumen‘ oder die Dinge beim ‚Namen‘ bzw. Titel nennen?“, erklären die beiden Ausstellenden hierzu.
Die Vernissage findet am Sonntag, den 13. Februar 2022, um 11:00 Uhr im Bergfried Wassenberg statt; sie wird von Bürgermeister Marcel Maurer eröffnet. Die Ausstellung ist bis einschließlich 13. März 2022 zu sehen und jeden Sonntag von 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Monika Jonas ist am 13.02., 20.02., 06.03. und 13.03.2022 anwesend, Klaus Kaufmann am 13.02., 27.02., 06.03. und 13.03.2022.


Ergänzende Informationen zu den Kunstwerken:

Die Künstlerin Monika Jonas und der Künstler Klaus Kaufmann bespielen auf ganz unterschiedliche Art Werkgruppen, die im Dialog, aber auch im Kontrast zueinanderstehen. In den drei Etagen des Bergfriedes gehen sie künstlerisch auf unsere Gegenwart und Zukunft ein und zeigen ihre Positionen.
Während sich Kaufmann in seinen Assemblagen und Objekten mit rostigen, alten Nägeln, Fundstücken und verschiedenen Materialien eher kritisch mit seiner Umwelt und der Gesellschaft auseinandersetzt, sucht die Malerin Monika Jonas nach einem individuellen Ausweg aus der Realität, lässt malend den magischen oder schönen Augenblick in der stillen Betrachtung entstehen und möchte die Realität somit transzendieren. Diese Erfahrung der Schönheit des Momentes will sie mit dem Betrachter teilen. Auch in ihren abstrakten Arbeiten ist dies der Fall. Der niederländische Kunstkritiker Pieter Defesche drückte es 1998 einmal so aus: „Wer darüber nachdenkt, welchen Stellenwert die Malerei in der Kunst des nächsten Jahrhunderts einnehmen wird – oder ob sie keine Bedeutung mehr haben wird, – kann aus der Malerei von Monika Jonas Mut schöpfen.“ (Zitat aus einem Artikel aus dem Limburgs Dagblad Mai 1998 anlässlich einer Soloausstellung in der Galerie Ipomal in Landgraaf, NL). So wird gleich auf der zweiten Etage des Bergfriedes der Ausblick auf den Walchsee in Österreich eröffnet, den sie auf 160 x 100 cm grobflächig und mit breitem Pinsel gemalt abstrahierend in Szene setzt oder ein leuchtender Sonnenuntergang wird zu einem Seherlebnis.
Monika Jonas bietet dem Betrachter mit einer Serie von neuen großformatigen, abstrahierten Landschaftsgemälden helle und freundliche Lichtblicke in eine schöne Welt, einen weitläufigen Raum von scheinbar unberührter Natur. Dies ist ein Genre, wie man es kennt, eigentlich nichts Neues, denkt man,-… aber die Art und Weise, wie sie es malt, lässt Hoffnung und Licht in unsere verwirrende Zeit scheinen. Auch die Werkgruppe der Kois von Jonas unterstützt den Mut und die Energie, die es für einen neuen Anfang, ein „Aufwärts“braucht.
Klaus Kaufmanns Kunst ist oft sperrig, sie ist nicht aus poliertem Marmor oder Bronze. Er nutzt gefundene, alltägliche Dinge und rostige Nägel, er experimentiert mit unterschiedlichen Materialien – bringt sie in einen neuen Sinnzusammenhang. Die Nägel stehen dabei für Menschen. Über diese Erkenntnis findet man den Zugang zu seinen Werken. Seine Arbeiten sind konstruiert, möglichst wenig bleibt dem Zufall überlassen. Zusammen mit dem Titel ist das Kunstwerk erst komplett und spricht die sprachliche, sowie die visuelle Ebene im Zusammenspiel an. Der Betrachter ist aufgefordert, sich einzulassen und nachzudenken.
Der Betrachter kann zwischen der bewusst geschönt-betörenden Utopie der Leinwände Jonas und der Wirklichkeit, in der wir uns eigentlich befinden, und den Objekten Kaufmanns hin und her schwanken. Der Besucher wird aufgefordert, sich selbst ein Bild zu machen, seinen eigenen Standpunkt zu bestimmen: Wo stehe ich, wo will ich hin als Mensch in dieser Welt? Möchte ich mich lieber „wegträumen“ oder die Dinge beim „Namen“ bzw. Titel nennen?
Man hat beim Besuch der Ausstellung den Eindruck, dass Kunst auf jeden Fall ein ganz besonderes Medium der Erfahrung ist, dass uns als Menschen über den Alltag hinweg trägt, mit der Welt versöhnt und aufbauend Trost und Hoffnung gibt in diesen Zeiten.
Allgemeine Infos zu den Ausstellenden:
Klaus Kaufmann lebt und arbeitet in Aachen (geb. 1957) studierte von 1980 bis 1984 Kunst bei Professor Bandau in Aachen. Nach einer „Kunstpause“ seit 2014 zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen. Mitglied im Vorstand des Bundesverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler Aachen/Euregio e.V.

Bei seinen Objekten und Assemblagen setzt er sich mit verschiedenen Materialien auseinander wie Holz, rostigem Metall, Fundstücken und vor allem Nägel. Rostige verbogene Nägel symbolisieren in meinen Arbeiten Menschen.
Zitat der Kunsthistorikerin Alexandra Simon-Tönges bei einer Einführung im Kunstverein Eschweiler:
„Klaus Kaufmanns Kunst ist bissig, manchmal vordergründig witzig und immer mit viel Tiefgang. Dieser hintergründige Inhalt will vom Betrachter erarbeitet werden. Zunächst sehen wir schlichte Bestandteile wie Holz, immer wieder rostige verbogene Nägel, rostiges Metall oder alte Zeitungen. Diese sehr alltäglichen und häufig wertlosen Gegenstände, alles Fragmente unserer außer-künstlerischen Wirklichkeit, bringt Klaus Kaufmann in einen neuen Kontext. …
Die Titel der Objekte sind immer eine wichtige Komponente des Kunstwerks. Das Objekt und der Titel sind als zwei Teile eines Ganzen zu sehen, damit funktioniert das Kunstwerk im Zusammenwirken zweier Ebenen, die der visuellen und die der sprachlichen.“
Weitere Informationen sind auf www.kaufmann-klaus.de zu finden.

Monika Jonas (geb. 1967) lebt und arbeitet in Eschweiler.
Sie studierte von 1989 bis 1994 an der Kunstakademie zu Maastricht Malerei, Zeichnen und
Fotografie, bei u.a. Ton Slits und Piet Lap.
Sie schloss ihr Studium 1994 mit dem Diplom zur Kunstpädagogin ab und studierte noch bis 1998 Kunstgeschichte und Philosophie/ Wahrnehmungspsychologie innerhalb eines Promotionsstudiums an der RWTH Aachen, von 1995 -2001 leitete sie das Kunst- u. Kreativitätszentrum Hee-Art in Heerlen (NL).
Sie unterrichtet seit 2010 an der Bischöflichen Liebfrauenschule in Eschweiler.
Seit 1994 zahlreiche nationale und internationale Einzel- und Gruppenausstellungen.
Zum künstlerischen Stil:
Ihren künstlerischen Ausdruck hat sie im Medium der experimentellen Malerei gefunden. In vielen Lasur,- und Farbschichten baut sie die Bilder stufenweise auf, bis sie meinem kritischen Blick für eine gelungene Komposition und einem ungewöhnlichen Farbspiel standhalten. Manchmal erzeugen auch dünnflüssige Lasuren ölähnlicher Acrylfarbe eine räumliche Tiefenwirkung, die das Sehen von Farbe in einem abstrahierten Raum ermöglichen. Der Betrachter soll herausgefordert werden, sich dem Dialog zwischen Bild und realer Welt, zwischen Abstraktion und Verfremdung der Wirklichkeit zu stellen. Der Blick auf die Welt danach verändert sich. Kunsterfahrung ist für sie gleichzeitig ein intellektueller als auch intuitiver Prozess, der viel mit Archaik und Ursprünglichkeit des menschlichen Seins zu tun hat. Hierin möchte sie den Betrachter mitnehmen.
Weiter Informationen sind auf der Website: www.monikajonas.de zu finden.
(Quelle: Monika Jonas und Klaus Kaufmann)

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