Gangelt (ots)

Die Wetterprognosen lassen für die kommenden Tage nichts gutes
erwarten. Durch die langen und warmen bis heißen Wetterperioden in den letzten
Jahren ist das Risiko für Wald-, Feld- und Böschungsbrände deutlich gestiegen.
Um den daraus resultierenden Gefahren für die Einsatzkräfte und die Ausrüstung
entgegen zu wirken, wurden nun die Führungskräfte der Feuerwehr Gangelt in der
Einsatztaktik bei Vegetationsbränden geschult.

Während früher große Waldbrände eher in Portugal und Griechenland auftraten,
häufen sich in den vergangenen Jahren große Waldbrände insbesondere in den
Wäldern im Osten Deutschlands. Auch in unserer Region sorgen ungewöhnlich
trockene Frühjahre für ein gestiegenes Risiko für Vegetationsbrände.
Vegetationsbrände – also Brände in Heide, Moor, Feld und Wald – sind für die
Feuerwehren kräftezehrend und in der Regel sehr zeitaufwendig. Umso wichtiger
ist es, dass die Führungskräfte Personal- und Materialressourcen möglichst
effektiv einsetzen.

Professioneller Partner

Um für die kommende Vegetationsbrandsaison bestens gewappnet zu ein, wurden die
Führungskräfte der Feuerwehr Gangelt zwei Tage lang in der aktuellen
Einsatztaktik bei Vegetationsbränden geschult. Als Ausbilder konnte der
stellvertretende Leiter der Feuerwehr Gangelt Heiko Dreßen das Team der
Deutschen Feuerwehrhilfe gewinnen. Die Deutsche Feuerwehrhilfe unterstützt seit
Anfang der 2000er Jahre Feuerwehren in Griechenland und Kroatien bei der
Ausbildung und Ausrüstung von Einsatzkräften. Diese jahrelange Praxiserfahrung
kam nun den Führungskräften der Feuerwehr Gangelt zugute. Nach einem
umfangreichen theoretischen Block konnten die Einsatzkräfte auch selber
praktische Erfahrungen sammeln. Hierzu wurde ein abgeerntetes Feld neben dem
Bauhof der Gemeinde Gangelt für das Seminar präpariert, so dass sich die
Übungsfeuer nicht weiter ausbreiten konnten.

Sichere Zone schaffen

Zunächst übten die Führungskräfte das Anlegen eines Wundstreifens, um eine
sichere Zone zu schaffen. Nicht an allen Einsatzstellen können Schutzzonen für
die Einsatzkräfte geschaffen werden. Mit verschiedenen Gerätschaften lassen sich
aber eben solche Zonen schaffen. Hierzu werden in einer gewissen Breite alle
brennbaren Gegenstände wie Gräser, Wurzelwerk und Sträucher entfernt und so ein
Übergreifen des Brandes verhindert. Gleichzeitig lernten die Führungskräfte wie
anstrengend und personalintensiv diese Arbeiten sind.

Kleine Mittel, große Wirkung

Insbesondere bei großen, weitläufigen Einsatzstellen in unwegsamem Gelände ist
es wichtig möglichst mobil zu sein. Große Tanklöschfahrzeuge stellen die
Wasserversorgung an entlegenen Einsatzstellen sicher, jedoch sind die
Zufahrtsmöglichkeiten in Wäldern oder Heidelandschaften nur begrenzt möglich.
Hier wiederum sind mobile Einsatzteams mit Feuerpatschen und Löschrucksäcken
eine gute Alternative. Die Löschrucksäcke der Feuerwehr Gangelt haben zwar nur
ein Fassungsvermögen von rund 20 Litern, allerdings ist die Löschleistung durch
eine kleine, wassersparende aber effektive Düse enorm. Die Feuerpatschen
hingegen haben sich seit vielen Jahrzehnten bewährt und waren nur in den
vergangenen Jahren oftmals in Vergessenheit geraten.

Pump and Roll

Da die meisten Feuerwehrpumpen über den Nebenantrieb des Fahrzeugmotors
gesteuert werden, können die Feuerwehrfahrzeuge in der Regel entweder fahren
oder die Pumpe betreiben. Bei manchen Fahrzeugen ist jedoch der gleichzeitige
Betrieb des Fahrzeugmotors und der Feuerlöschpumpe möglich. Bei diesen
Fahrzeugen besteht die Möglichkeit in Schrittgeschwindigkeit den Rand des Feuers
abzufahren, während Einsatzkräfte mit kleinen Strahlrohren den Feuersaum
ablöschen. Neben dem Großtanklöschfahrzeug haben die Tragkraftspritzenfahrzeuge
der Feuerwehr Gangelt diese Möglichkeit. Hierbei haben die
Tragkraftspritzenfahrzeuge den wesentlichen Vorteil, dass diese leichter,
wendiger und somit mobiler sind als die Großfahrzeuge.

Deutsche Feuerwehrhilfe e.V.

Nach zwei anstrengenden und sehr lehrreichen Tagen dankte die Leitung der
Feuerwehr Gangelt den Ausbildern Andreas Meier und Max Matthies von der
Deutschen Feuerwehrhilfe für die tolle Mischung zwischen Theorie und Praxis bei
der Ausbildung. Zudem ging ein großer Dank an Christian Conzen aus Gangelt für
die Bereitstellung des Feldes und des Strohs. Hierdurch konnte die
Brandausbreitung, der Wechsel der Windrichtungen und die Wärmestrahlung
realistisch dargestellt werden. Die Deutsche Feuerwehrhilfe unterstützt
insbesondere Feuerwehren in Griechenland und Kroatien bei der Ausbildung und
Ausstattung von Feuerwehren in ländlichen Regionen. Anders als bei uns in
Deutschland ist der Schutz der Bevölkerung insbesondere in ländlichen Regionen
nicht gegeben. Während insbesondere in Deutschland und in Österreich die
Einsatzkräfte der Feuerwehr nur wenige Minuten nach der Alarmierung an der
Einsatzstelle eintreffen, haben Einsatzkräfte in anderen Ländern Anfahrten von
mehreren Stunden, sodass die Bevölkerung in der Regel nur in Großstädten
professionelle Hilfe erwarten kann. Die Deutsche Feuerwehrhilfe organisiert
Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände und bildet zudem Hilfskräfte zum Schutz der
Zivilbevölkerung aus.

Spendenkonto

Deutsche Feuerwehrhilfe e.V.

IBAN: DE74 2519 0001 0616 700 400

Hannoversche Volksbank eG

BIC: VOHADE2HXXX

Quelle:
Freiwillige Feuerwehr Gangelt

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