Volksbank Mönchengladbach

 

Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg steigern betreutes Kundenvolumen auf mehr als 10 Milliarden Euro/Genossenschaftlicher Förderauftrag wird konsequent mit Leben gefüllt

 

Kreis Heinsberg. „Die Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg bleiben Hort der Stabilität, des Vertrauens und der Sicherheit in schwierigen Zeiten.“ Mit diesen Worten leitete Dr. Veit Luxem, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Mönchengladbache, die diesjährige Bilanzpressekonferenz der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Kreis Heinsberg ein. Dabei waren sich die Vorstände der vier Banken des kommunikativen Spagats bewusst, angesichts eines krisenhaften und bedrückenden politischen Umfelds eine Erfolgsbilanz zu präsentieren. „Natürlich fällt es angesichts millionenfachen Leids in der Ukraine, der noch immer schwelenden Coronakrise und nach der Juli-Flut schwer eine positive Geschäftsentwicklung zu präsentieren. Aber es ist unser genossenschaftlicher Förderauftrag, der uns stark und widerstandsfähig macht – und am Ende dann auch als demokratische und werteorientierte Gemeinschaft erfolgreich werden lässt“, so Luxem, der seine Worte mit einem ausdrücklichen Dank an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg verband.

Wertpapieranlagen wachsen überdurchschnittlich

Insgesamt managen die Raiffeisenbank Erkelenz eG, die Volksbank Haaren eG, die Volksbank Heinsberg eG und die Volksbank Mönchengladbach eG ein Kundenvermögen von mehr als 6,3 Milliarden Euro. Dieser Wert liegt 11,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Dabei erfreuen sich Spar-, Sicht- und Termineinlagen einer ungebrochenen hohen Beliebtheit. Hier verzeichneten die vier Genossenschaftsbanken 2021 Nettozuflüsse von insgesamt rund 181,5 Millionen Euro. Der Gesamtbestand beträgt nun 3,7 Mrd. Euro. Luxem zu dieser Entwicklung: „Wir freuen uns über dieses starke Kundenvertrauen. Dennoch ist es angesichts des anhaltenden Niedrigzinses wenig ratsam für Sparerinnen und Sparer, ihr gesamtes Vermögen auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto zu belassen. Stattdessen sollten sie mit einem längerfristigen Anlagehorizont auch auf ertragsstärkere Anlageformen wie Aktien und Fonds setzen.“

Deswegen bewerten es die Genossenschaftsbanken als besonders erfreulich, dass insgesamt eine wachsende Nachfrage nach Wertpapieranlagen verzeichnet werden kann. So stieg die Anzahl der Investmentfondsdepots bei den vier Kreditgenossenschaften 2021 um 7.000 auf nunmehr gut 81.600. Das Bestandsvolumen der Wertpapier- und Immobilienfonds betrug insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro.

Wirtschaft profitiert von guter Konjunktur und hoher Liquidität

Das Volumen des aggregierten bilanziellen Kreditgeschäfts mit Privat- und Unternehmenskunden stieg 2021 um weitere rund 207 Millionen Euro auf über 3 Milliarden Euro. Hierbei handelt es sich um den Nettowert, bei dem Tilgungen schon abgezogen sind. Besonders gefragt waren im Privatkundensegment weiterhin Immobilienkredite.

 

Betreutes Kundenvolumen wächst deutlich

Aufgrund der insgesamt positiven Konjunktur sowie der hohen Kundennachfrage erhöhte sich 2021 das betreute Kundenvolumen, das auch Geschäfte umfasst, die an genossenschaftliche Partnerunternehmen wie Union Investment, R+V Versicherung oder DZ HYP vermittelt werden, um fast 8 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro. Für uns ist dieses starke Wachstum ein Beleg des leistungsfähigen Angebots der genossenschaftlichen FinanzGruppe mit ihren spezialisierten Gesellschaften – alles Töchter und Enkeltöchter der Genossenschaftsbanken in Deutschland.

Betriebsergebnis nimmt zu

Das Betriebsergebnis vor Bewertung erhöhte sich 2021 um fast 9,5 Prozent auf 30,6 Millionen Euro. „Diese gute Entwicklung verdanken wir insbesondere den anhaltend geringen Kreditrisiken, dem positiven Trend an den Kapitalmärkten sowie unserer Kostendisziplin. So wirkte das Anlagegeschäft überdurchschnittlich positiv auf das Betriebsergebnis“, erläuterte Luxem.

Vorbehaltlich der Zustimmung der Mitglieder werden die vier Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg ihr Kernkapital um 4,4 Millionen Euro auf 426,3 Millionen Euro steigern, auch weil die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, BaFin, beim harten Kernkapital in Krisenzeiten höhere Anforderungen stellt.

An die rund 60.550 Genossenschaftsmitglieder sollen voraussichtlich insgesamt mehr als 1,2 Millionen Euro als Dividende ausgeschüttet werden.

Kreis profitiert von genossenschaftlichem Ökosystem

Der Nutzen, den die vier Volksbanken und Raiffeisenbanken für ihre Mitglieder und den Kreis Heinsberg stiften, geht aber weit über die Dividendenzahlungen hinaus, so Luxem: „Unsere Bedeutung als Arbeitgeber, als Steuerzahler, als Kultur- und Sportförderer, als Spender, aber eben auch als regionaler Verantwortungsträger bildet den Kern unseres genossenschaftlichen Ökosystems hier in der Region.“

Ablesbar sei dies beispielsweise am gemeinsamen Spendenvolumen von 552.000 Euro, 63.000 Euro mehr als im Vorjahr. Zudem zahlten die Genossenschaftsbanken 10,2 Millionen Euro an Ertragssteuern, 2,4 Millionen Euro mehr als 2020, und leisten damit einen bedeutenden Beitrag zur Finanzierung der öffentlichen Hand.

Die Zahl der 2021 neu eingestellten Auszubildenden betrug 18. Insgesamt bilden die Genossenschaftsbanken damit aktuell 55 junge Menschen aus. Mit einer Ausbildungsquote von mehr als 6 Prozent liegen die Institute deutlich über dem Durchschnitt der deutschen Wirtschaft von 4,8 Prozent.

Krieg gegen die Ukraine, Coronapandemie und Juli-Flut

Abschließend ging Luxem auf einige der aktuellen Herausforderungen ein, denen sich auch die Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg stellen müssen. Eine klare Position vertrat der Bankvorstand beim Angriffskrieg gegen die Ukraine. „Der Krieg Russlands gegen die Ukraine ist ein empörender Verstoß gegen das Völkerrecht. Das Leid der Menschen erfordert unsere Solidarität.“ Selbstverständlich würden die Genossenschaftsbanken werden Initiativen der Region zur Unterstützung der Flüchtlinge und Vertriebenen aus der Ukraine.

Zudem erwarten sie auch wirtschaftliche Auswirkungen, die sich aber insgesamt erst später zeigen werden. Aktuell wird keinen Abschreibungsbedarf für Unternehmenskredite gesehen, aber der Umfang der Auswirkungen werde auch von den staatlichen Hilfs- und Fördermaßnahmen für die Kunden und die Dauer des Krieges abhängig sein.

Die Firmenkunden der vier Genossenschaftsbanken sind insgesamt – abgesehen von einigen wenigen coronabedingten Geschäftsaufgaben – bislang gut durch die Krise gekommen. Auch bei den Immobilienkrediten von Privatpersonen gab es keine coronabedingten Ausfälle. „Zu dieser guten Entwicklung haben sicherlich die staatlichen Corona-Hilfen in Form von Zuschüssen als auch diverse weitere Liquiditätsunterstützungen in Form der durch die KfW und weitere Institute aufgelegten Sonderkreditprogramme beigetragen. Aus Banksicht ergaben sich keine nennenswerten Risikoerhöhungen bei den herausgelegten Krediten aufgrund der Corona-Krise“, fasste Luxem die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zusammen.

Die Juliflut hat bei den vier Genossenschaftsbanken zu Schäden an den Filialen der Raiffeisenbank Erkelenz in Randerath und der Volksbank Heinsberg in Geilenkirchen geführt. Aber verglichen mit anderen Betroffenen sind die Genossenschaftsbanken glimpflich davongekommen. Umso wichtiger sei es den Banken gewesen, solidarisch zu sein und Unterstützungsleistungen, Hilfsgelder und Spenden zur Verfügung zu stellen. Mehr als 100.000 Euro haben die Genossenschaftsbanken gespendet.

Nachhaltigkeit wird Wirtschaft verändern

Beim Thema Nachhaltigkeit positionierten sich die Vorstände de klar: „Die Transformation hin zu einer nachhaltigen Entwicklung, um auch für künftige Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und den geschaffenen Wohlstand zu erhalten, wird unsere Wirtschaft umfassen verändern. Diesen Prozess werden wir nach Kräften unterstützen und begleiten“, machte Veit Luxem unmissverständlich deutlich. Mit ihrer regionalen Verwurzelung, ihrer Mitglieder- und Kundennähe sowie mit ihren genossenschaftlichen Werten könnten die Genossenschaftsbanken das Thema Nachhaltigkeit glaubwürdig leben. Luxem betonte dabei, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine ökologische Dimension hat, sondern Governance-Aspekte ebenso eine Rolle spielen wie soziale. „Und aus genossenschaftlicher Sicht sagen wir auch: Ohne wirtschaftliche Nachhaltigkeit wird ein solcher umwälzender Veränderungsprozess nicht erfolgreich sein können“, so der Bankvorstand.

Gegenüber der Politik fordern die Spitzen der Genossenschaftsbanken die Realwirtschaft einzubinden ohne sie bürokratisch zu überfordern, verlässliche und dauerhafte Rahmenbedingungen zu schaffen und sicherzustellen, dass in die Risikobewertung der Banken auch die langfristige Zukunftsfähigkeit eines zu finanzierenden Vorhabens einfließt, denn eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Finanzierung führt nicht automatisch zu einem geringeren Ausfallrisiko. Die einseitige Bevorzugung nachhaltiger Finanzprodukte könne unter Umständen sogar zu Klumpenrisiken, Fehlallokationen und riskanten Anlagen führen.

 

Automatensprengungen: Sicherheit hat höchste Priorität

Abschließend widmete sich Luxem den Sprengungen von Geldausgabeautomaten im Kreis. In 2021 waren die vier Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg von zwei Sprengungen betroffen, in Tüddern und in Amern. In 2022 erfolgten bereits drei Sprengungen, eine in Bösinghoven, eine in Erkelenz und eine in Titz. Mit Blick auf die Sorgen von Anwohnerinnen und Anwohnern versicherte Luxem: „Wir versuchen alles Menschen- und Technikmögliche, um Gefährdungen auszuschließen. Der Schutz von Anwohnern hat höchste Priorität.“ Daher vermieten die Genossenschaftsbanken grundsätzlich keine Wohnungen neben Räumen mit Geldausgabeautomaten, da Sprengungen sich vor allem horizontal ausbreiten. Die bereits heute höchsten Anforderungen genügenden Sicherheitsstandards werden regelmäßig in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei einer kritischen Analyse unterzogen und den Empfehlungen von Landeskriminalamt und der Versicherer folgend angepasst. Zum Teil werden Geldausgabeautomaten außerhalb der Schalteröffnungszeiten geleert und stillgelegt oder sogar der Zugang zu den SB-Bereichen nachts geschlossen.

Die Herausforderung bestehe laut Luxem darin, einen Weg zu finden, der Sicherheitsinteressen und den Zugang zu Bargeld in Einklang bringt. „Das leisten wir in Kooperation mit den Sicherheitsbehörden und den Versicherungen. Dabei gilt, dass der Schutz von Menschen absolute Priorität genießt“, versicherte der Bankvorstand.

Quelle:
Volksbank Mönchengladbach eG

By CUH