v.l.n.r.: Bernd Baltes, Dr. Michael Vondenhoff, Stefan Lenzen MdL

Ein Hilferuf der Dachdecker-Innung des Kreises Heinsberg führte den Heinsberger FDP-Landtagsabgeordneten Stefan Lenzen nach Baltes Bedachungen in Wegberg-Wildenrath. Die inländische Nachfrage nach Holz ist extrem gestiegen. Es gibt einen Do-It-Yourself-Trend: Viele Homeofficer werkeln an ihren Wohnungen/Häusern herum und brauchen Baumaterial.

Auf der Angebotsseite hat Deutschland sehr zu kämpfen mit dem Borkenkäfer. Schadholz wird seit 2018 sehr stark geschlagen, was kurzfristig zu mehr Bauholz führte, jedoch bis jetzt insgesamt die Schlagmenge reduziert hat. Gleichzeitig gibt es auf dem Weltmarkt eine Waren-Verschiebung. Traditionell beliefert Kanada den europäischen Markt, auch wegen Corona ist die Nachfrage in den USA jedoch gestiegen. Daher ist es günstiger kanadisches Holz über die US-Grenze zu exportieren statt in den EU-Binnenmarkt. Der Bauboom in China und dessen Hunger nach Stahl, Zement und Holz geht ungebremst weiter.

Die Folge: Das Angebot an Holz in Deutschland sinkt, die Preise steigen. Bernd Baltes, der 1975 den elterlichen Betrieb übernahm, hat so etwas noch nicht erlebt, wie er im Gespräch mit Lenzen im Dr. Michael Vondenhoff, dem Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Heinsberg, erläuterte.

„Die Bundesregierung muss einen Holz-Gipfel mit allen Beteiligten einberufen, um Lösungen zu erarbeiten“, fordert Lenzen. „Um die Lage zu entspannen muss das Schad- und Blauholz aus unseren Wäldern verwendet werden. Wir brauchen eine Preisgleitklause in öffentlichen Ausschreibungen und eine Überarbeitung des Forstschäden-Ausgleichsgesetzes, um einen erhöhten Einschlag zur Beruhigung der Märkte zu erlauben. Unerlässlich ist die Ratifizierung von Ceta, um bestehende Handelshemmnisse mit Kanada zu beseitigen.“

Nach dem Austausch über die Situation am Holzmarkt lernte Stefan Lenzen den Traditionsbetrieb näher kennen. „Ich habe das Unternehmen 1975 von meinem Vater übernommen. Wir hatten 1980 rund 10 Mitarbeiter, heute sind wir auf 60 angewachsen. In jüngster Zeit haben wir mehrere Großprojekte realisiert: Das Sportzentrum in Horrem, die Willy-Brandt-Gesamtschule oder die Betty-Reis-Gesamtschule“, führte Bernd Baltes aus. Als Arbeitsmarktpolitiker interessierte sich Lenzen besonders für die Ausbildungs- und Fachkräftesituation im Betrieb. „Wir bilden selbst aus. Derzeit sind zwei Auszubildende bei uns im Unternehmen tätig. Einen Fachkräftemangel verspüren wir zum Glück nicht“, so Baltes. Zum Abschluss des Dialogs erhielt Lenzen noch eine Führung über das Firmengelände und durch die Unternehmenshallen.

Foto: Birgit Busch
Quelle: Büro Lenzen

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