Kempen: Nach Widerstand und Corona-Bluff – Polizei schickt Rechnung

Kempen (ots)

Am Mittwoch wurden Einsatzkräfte der Kempener Polizei
gegen 20.00 Uhr zu einem Restaurant auf der St.-Peter-Allee gerufen. Ein Zeuge
hatte dort verdächtige Personen beobachtet. Er vermutete einen Einbruch. Die
beobachteten Personen sollten ebenfalls an einer gefährlichen Körperverletzung
beteiligt gewesen sein, die sich am Dienstag im gleichen Restaurant zugetragen
haben soll. Die Einsatzkräfte trafen die Verdächtigen, die durch den Zeugen gut
beschrieben worden waren, auf dem Brahmsweg in Kempen an.

 

Da die Einsatzkräfte den Hinweis hatten, dass einer der Verdächtigen ein Messer bei sich führen
könnte, gingen sie mit äußerster Vorsicht vor. Als die Beamten die Männer
ansprachen stehen zu bleiben, drehte sich einer von ihnen um, ging drohend auf
die Beamten zu und rief: „Verpisst Euch ihr Bullen – ich hab Corona!“ Als die
Einsatzkräfte den Mann auf Distanz hielten und vorläufig festnehmen wollten, kam
ein zweiter Verdächtiger hinzu, schubste einen Beamten weg und versuchte, den
ersten Verdächtigen wegzuziehen, um so die Festnahme zu verhindern. Daraufhin
setzen die Beamten Pfefferspray ein und nahmen beide Männer vorläufig fest. Mit
Atemschutzmasken wurden beide Männer ins Gewahrsam gebracht. Der erste, ein
43-jähriger Kempener (türkisch) stand unter Alkoholeinfluss (ca. 1,7 Promille).
Bei dem zweiten ergab ein Drogenvortest ein positives Ergebnis. Dieser, der
37-jährige Bruder (türkisch) des ersten Verdächtigen, gab ebenfalls an, mit
Corona infiziert zu sein.

Beiden Tatverdächtigen wurde eine Blutprobe entnommen,
Anzeigen wegen des Verdachts des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und
versuchter Gefangenenbefreiung wurden erstattet. Wegen des Verdachtes einer
COVID-19 Infizierung trafen die Beamten entsprechende Maßnahmen. Unter anderem
eine Sonderreinigung der Streifenwagen und die Sonderreinigung des
Polizeigewahrsams. Bei dem Transport wurden entsprechende Schutzausrüstungen
verbraucht. Im Polizeigewahrsam gaben beide dann kleinlaut zu, nicht infiziert
zu sein. Dieses Vorgehen, das man noch nicht einmal als „üblen Scherz“
bezeichnen kann, hat weitreichende Folgen: Neben den strafrechtlichen Folgen
dürften die beiden 42- und 37 Jahre alten Kempener die Kosten für alle Maßnahmen
zu tragen haben.

 

Quelle: Kreispolizeibehörde Viersen