Aachen / Krefeld: Cold Case aufgeklärt: Polizei nimmt Tatverdächtigen fest

50-Jähriger aus dem Raum Aachen in Untersuchungshaft

Aachen/ Krefeld (ots)

Anfang September hatte die Krefelder Polizei gemeinsam
mit der Aachener Polizei und Staatsanwaltschaft Aachen auf einer Pressekonferenz
mitgeteilt, dass es ihr gelungen war, einen Mann zu identifizieren, der vor 23
Jahren ermordet worden war: den 1953 geborenen Wilfried Kalitz aus Würselen. Der
unbekleidete Tote war am 8. Dezember 1996 am Abhang der Hauser Sandkuhle bei
Rheurdt-Schaephuysen (Kreis Kleve) gefunden worden. Seitdem hat die Krefelder
Mordkommission hartnäckig nach dem oder den Tätern gesucht – unter anderem mit
mehreren Beiträgen in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“. Ein
Zuschauer lieferte schließlich den entscheidenden Hinweis zur Identität des
Opfers.

Am Dienstag, den 29. September 2020 hat die Polizei einen 50-Jährigen aus dem
Raum Aachen festgenommen. Am 30. September 2020 erließ das Amtsgericht Aachen
Haftbefehl gegen ihn, er befindet sich in Untersuchungshaft.

Den nunmehr Beschuldigten konnten die Beamten durch die Aussagen mehrerer Zeugen
ermitteln. Er ist dringend verdächtig, gemeinsam mit einem zwischenzeitlich
verstorbenen Mittäter das Opfer, Wilfried Kalitz, zwischen dem 23. November und
dem 8. Dezember 1996 in dessen damaliger Werkstatt in der Fronhofstraße 6 in
Würselen grausam und aus Habgier getötet zu haben.

Die Ermittlungsbehörden gehen nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen im
Sinne eines dringenden Tatverdachts davon aus, dass der Beschuldigte und sein
Mittäter 1996 Kontakt zu dem Getöteten hatten und in dessen Werkstatt
verkehrten. Der Getötete habe über einen Bargeldbetrag von 5.000,- DM verfügt,
dessen Herausgabe der Beschuldigte und sein Mittäter von dem Getöteten gefordert
hätten. Aufgrund eines gemeinsamen Tatplans hätten der Mittäter und der
Beschuldigte dem Tatopfer u.a. mit einem Schlagwerkzeug schwere Verletzungen
insbesondere im Kopfbereich zugefügt. Die Schläge seien durch den Mittäter des
Beschuldigten ausgeführt worden. Dadurch seien dem Getöteten erhebliche
Schmerzen zugefügt worden, die weit über das hinausgegangen seien, was für die
Tötung des Opfers erforderlich gewesen sei.

Nachdem Wilfried Kalitz verstorben war, hätten der Beschuldigte und sein
Mittäter den Leichnam in einen Teppich eingerollt und ihn in die circa 100 km
entfernt liegende Hauser Sandkuhle in Rheurdt-Schaephuysen (Kreis Kleve)
transportiert. Der Mittäter des Beschuldigten habe Ortskenntnisse gehabt. Der in
der Sandkuhle abgelegte Leichnam wurde am 08. Dezember 1996 aufgefunden und –
wie bereits mitgeteilt – erst aufgrund von Hinweisen identifiziert, die nach
einer Ausstrahlung in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY-ungelöst“ am
28.08.2019 bei der Polizei eingegangen waren. Der Mittäter des Beschuldigten
verstarb nach der Tat bei einem Verkehrsunfall.

Der Beschuldigte hat sich zu den Tatvorwürfen nicht eingelassen. Es wird
ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Anordnung von Untersuchungshaft kein
Urteil über die Schuld des Beschuldigten enthält. Jeder, also auch der
Beschuldigte, hat solange als unschuldig zu gelten, wie ihm nicht durch
rechtskräftiges gerichtliches Urteil seine Schuld nachgewiesen ist. Die
Zeugenaussagen wurden durch weitere Ermittlungen überprüft und haben sich nach
Auffassung der Ermittlungsbehörden als so belastbar erwiesen, dass sie einen
dringenden Tatverdacht begründen.

Polizeipräsidium Krefeld