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Die Asiatische Hornisse gilt im Kreis Heinsberg mittlerweile als „etabliert“ – doch die Verantwortung für den Umgang mit der massiv steigenden Anzahl von Hornissen ist derzeit unfair verteilt.
Die Zahl der Sichtungen und Nester steigt noch deutlich an, Imker und Imkerinnen sind besorgt.

Aus Sicht von SPD und GRÜNE braucht es deshalb ein verlässliches und kreisweites Management, das die Verantwortung nicht länger überwiegend auf ehrenamtliche Strukturen abwälzt.
In einem gemeinsamen Antrag fordern die Kreistagsfraktionen von SPD und GRÜNE den Kreis Heinsberg auf, ein strukturiertes Management für den Umgang mit der Asiatischen Hornisse einzurichten.

Die bereits im vergangenen Jahr erfolgte Umstufung von Artikel 16 auf Artikel 19 der EU-Verordnung Nr. 1143/2014 bedeutet, dass die Asiatische Hornisse als etabliert gilt.
Eine vollständige Tilgung der Art ist damit nicht mehr das Ziel. Daraus folgt jedoch keineswegs, dass behördliches Handeln entfällt.
Vielmehr verpflichtet Artikel 19 der EU-Verordnung die Mitgliedstaaten dazu, Managementmaßnahmen zu ergreifen, um die Auswirkungen etablierter invasiver Arten auf die Biodiversität,
die menschliche Gesundheit und die Wirtschaft zu minimieren.

Genau diese Verantwortung und Maßnahmen fordern GRÜNE und SPD nun vom Kreis Heinsberg, konkret von der Unteren Naturschutzbehörde ein.
„Imkerinnen und Imker sowie Mitglieder des Velutina-Netzwerks haben uns kontaktiert und berichtet, dass sie sich mit der Problematik allein gelassen fühlen“ sagt Andrea Reh, Mitglied im Landtag NRW und
stellvertretende Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion.

„Die ehrenamtlich Engagierten leisten hier bereits enorm viel. Aber es kann nicht sein, dass die Bekämpfung und Koordination bei einer sich weiter ausbreitenden invasiven Art dauerhaft
vor allem auf den Schultern des Ehrenamts liegen. Der Kreis muss für klare Zuständigkeiten und verlässliche Strukturen sorgen.“
Dr. Sabrina Grübener, Vorsitzende der GRÜNEN-Kreistagsfraktion, ergänzt: „Die Asiatische Hornisse ist längst kein Problem mehr, das nur die Imkerschaft betrifft.

Die Nester entstehen in Wohngebieten, an Schulen, Kitas oder in Gärten.
Die Menschen im Kreis müssen sich darauf verlassen können, dass Meldungen schnell bearbeitet und Nester fachgerecht entfernt werden.
Gleichzeitig müssen wir die Auswirkungen auf unsere heimische Artenvielfalt möglichst geringhalten. Dafür brauchen wir ein professionelles und kreisweit abgestimmtes Vorgehen.“
Um die fachliche Qualität der Maßnahmen, einen einheitlichen Umgang mit Meldungen und die Sicherheit der handelnden Personen zu gewährleisten,

sieht der gemeinsame Antrag unter anderem drei zentrale Maßnahmen vor:

Professionelle Nestentfernung: Der Kreis Heinsberg soll fachkundige Personen mit der Entfernung von Nestern beauftragen.
Eine solche behördliche Beauftragung kann zugleich den erforderlichen gesetzlichen Unfallversicherungsschutz sicherstellen.

Zentrale Information und Meldestelle: Ein kreisweites Meldesystem mit einer festen Ansprechstelle soll Meldungen bündeln sowie aktuelle Informationen und konkrete Handlungsempfehlungen bereitstellen.

Gemeinsame Strategie: Ein „Runder Tisch“ soll den regelmäßigen Austausch zwischen Kommunen, Kreis, Imkerinnen und Imkern, dem Velutina-Netzwerk und weiteren Beteiligten ermöglichen.
Ziel sind einheitliche Verfahren und abgestimmte Maßnahmen im gesamten Kreisgebiet.

Da eine behördliche Beauftragung zur Sicherung des Versicherungsschutzes auf Anfrage der SPD laut Landesregierung möglich ist, wird der Kreis Heinsberg aufgefordert, diese Option auch umzusetzen.

Quelle:
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Kreistagsfraktion
Foto-Nicola-Budel

By CUH