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Hürtgenwald

Rund 300 Hektar Wald stehen in Flammen. Hunderte Einsatzkräfte und fünf Löschhubschrauber kämpfen gegen das Feuer, das bis auf wenige Hundert Meter an den Ortsteil Gey herangerückt ist.

Der Großbrand im Hürtgenwald ist am Freitagmittag noch nicht unter Kontrolle. Nach aktuellen Angaben sind rund 300 Hektar Wald betroffen – eine Fläche von ungefähr 420 Fußballfeldern. Die Lage hat sich zwar zeitweise stabilisiert, bleibt wegen der trockenen Vegetation und wechselnder Winde jedoch äußerst dynamisch.

Besonders angespannt ist die Situation am Ortsteil Gey. Dort war das Feuer am Mittag bis auf etwa 150 bis 200 Meter an die Bebauung herangerückt. Feuerwehrkräfte versuchen, mit einem nassen Schutzriegel ein Übergreifen auf den Ort zu verhindern. Zusätzlich wurde vor Gey ein kontrolliertes Gegenfeuer gelegt. Solange die Flammen nicht auf die Baumkronen übergreifen, besteht nach Einschätzung der Einsatzleitung eine bessere Chance, die Feuerfront aufzuhalten berichten das ZDF und die Aachener Nachrichten übereinstimmend.

Evakuierung ohne Zwischenfälle
Die Evakuierung von Gey ist nach Informationen des WDR inzwischen abgeschlossen. Mehr als 1.800 Menschen mussten den Ort in der Nacht verlassen; einzelne Berichte sprechen von mehr als 2.000 Betroffenen. Nach Angaben der Behörden verlief die Räumung ohne größere Zwischenfälle. Weitere Evakuierungen waren am späten Vormittag zunächst nicht vorgesehen – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der Wind nicht wieder deutlich auffrischt.

Rund 300 Einsatzkräfte bekämpfen den Brand am Boden und aus der Luft. Fünf Hubschrauber unterstützen die Löscharbeiten, darunter Maschinen der Bundeswehr mit Löschwasserbehältern, die pro Flug jeweils bis zu 2.000 Liter Wasser abwerfen können. Zwei Bundeswehrfahrzeuge und Forstunternehmen legen zugleich Schneisen an, um dem Feuer die Nahrung zu entziehen.

Munition erschwert den Einsatz
Eine zusätzliche Gefahr geht von möglicher Weltkriegsmunition im Waldgebiet aus. Sie erschwert den direkten Zugang zu einzelnen Brandstellen und zwingt die Einsatzkräfte zu besonderer Vorsicht. Bereits in der Nacht mussten sich Löschmannschaften wegen plötzlich drehender und auffrischender Winde zeitweise zurückziehen, um nicht vom Feuer eingeschlossen zu werden.

Auch außerhalb des unmittelbaren Brandgebiets sind die Auswirkungen spürbar. Wegen starken Rauchniederschlags wurden Bewohner mehrerer Dürener Stadtteile aufgefordert, Gebäude aufzusuchen sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten. Betroffen sind unter anderem Gürzenich, Derichsweiler, Rölsdorf, Birgel, Lendersdorf, Konzendorf, Echtz, Mariaweiler, Merken und Berzbuir. Die B399 ist im Einsatzgebiet gesperrt; Schaulustige sollen den Bereich unbedingt meiden.
Gemeinde Hürtgenwald

Eine Entwarnung gibt es bislang nicht. Entscheidend für den weiteren Verlauf sind vor allem Windrichtung und Windstärke. Die Feuerwehr konzentriert sich darauf, die Flanken zu sichern, ein Übergreifen auf Gey zu verhindern und die Ausbreitung des Brandes durch Löschriegel und Schneisen einzudämmen.

Foto: BOS Einsatzreporter

By CUH