Kreis Heinsberg
Die SPD-Kreistagsfraktion fordert vom Kreis Heinsberg Auskunft darüber, wie mögliche Belastungen durch per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, kurz PFAS, künftig untersucht und bei der Entwicklung neuer Bau- und Nutzflächen berücksichtigt werden sollen. Eine entsprechende Anfrage hat die Fraktion für die Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima, Verkehr und Strukturwandel am 3. September 2026 eingereicht und liegt der Heinsberg Magazin Redaktion vor.
Hintergrund sind bereits erfolgte PFAS-Messungen im Kreisgebiet. Nach Ansicht der SPD haben diese gezeigt, wie wichtig es ist, mögliche Belastungen frühzeitig zu erfassen und zu bewerten. Dies betreffe sowohl den Schutz von Natur und Umwelt als auch die Interessen der Bürgerinnen und Bürger sowie der kreisangehörigen Kommunen.
Besondere Bedeutung misst die Fraktion der Frage bei, wie mit möglichen PFAS-Vorkommen bei zukünftigen Flächenausweisungen und geplanten Nutzungsänderungen umgegangen wird. Belastbare Erkenntnisse seien erforderlich, um Risiken rechtzeitig erkennen und in kommunalen Planungsverfahren berücksichtigen zu können.
In ihrer Anfrage möchte die SPD zunächst wissen, nach welchen Kriterien und auf welcher fachlichen Grundlage der Kreis künftig PFAS-Untersuchungen plant. Dabei geht es auch darum, ob es ein einheitliches Verfahren zur Bewertung potenziell belasteter Flächen gibt und unter welchen Voraussetzungen konkrete Untersuchungen veranlasst werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Zusammenarbeit zwischen Kreisverwaltung und Kommunen. Die SPD fragt, wie der Austausch über geplante Flächenentwicklungen und neue Baugebiete organisiert ist. Ziel müsse es sein, mögliche PFAS-Belastungen nicht erst während eines bereits fortgeschrittenen Planungsverfahrens zu entdecken.
Schließlich verlangt die Fraktion Auskunft zum Umgang mit erhöhten Messwerten. Der Kreis soll darlegen, wie festgestellte Belastungen bewertet werden, welche Behörden und betroffenen Stellen informiert werden und wie die Öffentlichkeit einbezogen wird. Zudem stellt sich aus Sicht der SPD die Frage, welche Folgen erhöhte PFAS-Werte für geplante Nutzungen oder Flächenausweisungen haben könnten.
PFAS umfassen eine große Gruppe industriell hergestellter Chemikalien. Sie sind besonders langlebig und werden deshalb häufig als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet. Gelangen sie in Böden oder Gewässer, können sie dort über lange Zeit verbleiben. Einige dieser Verbindungen stehen zudem wegen möglicher Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit in der Kritik.
Unterzeichnet ist die Anfrage vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Ralf Derichs und dem Kreistagsmitglied Peter Mingers. Die Antworten der Kreisverwaltung sollen in der Ausschusssitzung am 3. September öffentlich beraten werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob der Kreis künftig nach einer nachvollziehbaren und einheitlichen Strategie vorgeht, wenn ein Verdacht auf PFAS-Belastungen besteht.
