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Stefan Lenzen, ehemaliger FDP-Landtagsabgeordneter für den Kreis Heinsberg, fordert vom nordrhein-westfälischen Innenministerium einen verbindlichen Zeitplan für die Ausstattung der Kreispolizeibehörde Heinsberg mit Distanzelektroimpulsgeräten (DEIG), besser bekannt als Taser. Anlass ist die Antwort der Landesregierung vom 21. Juli 2026 auf die Kleine Anfrage zur Polizeiausstattung im Kreis Heinsberg (Drucksache 18/20623). Darin bestätigt das Innenministerium ausdrücklich: Der Behörde steht derzeit kein einziger Taser zur Verfügung.

„Diese Antwort ist ernüchternd. Die Polizei im Kreis Heinsberg leistet täglich wichtige Arbeit, hat aber weiterhin keinen einzigen Taser. Gerade in einem Flächenkreis mit besonderen Herausforderungen darf moderne Einsatztechnik nicht auf unbestimmte Zeit warten“, erklärt Lenzen.

Die Antwort kommt inmitten einer landesweiten Debatte. Die Kölnische Rundschau berichtete am 18. Juli 2026, dass in Nordrhein-Westfalen bis September 2025 insgesamt 1.079 Taser-Einsätze registriert wurden; in 855 Fällen reichte bereits die Androhung. Seit Anfang 2021 testet das Land die Geräte in ausgewählten Kreispolizeibehörden – Heinsberg bleibt außen vor.

Zahlen zur Ausstattung

Die Kreispolizeibehörde Heinsberg verfügt laut Landesregierung über rund 448 Beschäftigte, 96 Bodycams, 289 Digitalfunkgeräte, 327 Smartphones, 35 Tablets und 102 Fahrzeuge. 377 Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte sind mit Pistole und Reizstoffsprühgerät ausgestattet – Taser fehlen vollständig.

Trotz dieser Lücke erklärt die Landesregierung, ihr seien keine Ausstattungsdefizite bekannt.

Für Lenzen ist das ein klarer Widerspruch: Das Innenministerium bestätigt die fehlende Ausstattung in Heinsberg, bleibt aber ohne konkreten Fahrplan.

Sicherheit der Einsatzkräfte im Fokus

Taser können dazu beitragen, gefährliche Situationen zu entschärfen, ohne dass zur Schusswaffe gegriffen werden muss. Die landesweiten Zahlen zeigen zudem: Oft wirkt bereits die Androhung deeskalierend.

„Unsere Beamtinnen und Beamten stehen jeden Tag im Einsatz, oft unter schwierigen Bedingungen. Wenn Taser in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens bereits getestet und eingesetzt werden, darf der Kreis Heinsberg nicht dauerhaft abgehängt werden. Wer diese Lücke beschreibt, aber keine Konsequenzen zieht, nimmt die Realität vor Ort nicht ernst. Das passt nicht zusammen“, so Lenzen.

Forderung nach verbindlichem Zeitplan

Lenzen fordert vom Innenministerium transparente Kommunikation und einen klaren Fahrplan für Heinsberg. „Die Landesregierung muss erklären, wann Heinsberg endlich ausgestattet wird. Keine Taser, kein Zeitplan und trotzdem kein Defizit – das passt nicht zu verlässlicher Sicherheitspolitik.“

Quelle:

https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD18-20623.pdf

https://www.rundschau-online.de/politik/polizei-warum-nrw-beim-taser-nicht-vorankommt-1327273

Quelle:
Stefan Lenzen

By CUH