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Warnstreiks: Rund 1.000 Beschäftigte bei „Süß-Protest“ in Aachen –
Produktion von Schokolade, Printen, Eis, Keksen & Co. steht still

24-Stunden-Arbeitsniederlegung bei Lindt, Lambertz, Bon Gelati, Solent, Biscuit Int., Otten

Sie machen Süßes und sind so richtig sauer: Die Süßwarenindustrie steckt tief im Tarifstreit. Am morgigen Freitag (Hinweis f.d. Red.: 24. Juli) kommt es in der Aachener Region zu Warnstreiks in sechs Betrieben – vom Schokoladenhersteller Lindt bis zur Printen- und Schokoladenfabrik Lambertz. Das kündigte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Aachen an. Außerdem werde es am Freitag eine Protest-Demonstration der Süßwarenbranche mit einer Kundgebung auf dem Bendplatz in Aachen geben: „Rund 1.000 Beschäftigte der Süßwarenindustrie aus Aachen und der Region werden dann mit einem ‚stinksauren Süß-Protest‘ ihrem Ärger über die Arbeitgeber Luft machen. Denn die treten ganz gewaltig auf die Lohn-Bremse und legen seit Wochen kein akzeptables Angebot vor“, so Tim Lösch von der NGG Aachen.

Darauf reagieren die Beschäftigten nach Angaben der Gewerkschaft jetzt mit einem 24-stündigen Warnstreik. Den wird es, so die NGG, bei den beiden Aachener Süßwarenherstellern Lindt und Lambertz geben. Ebenso in Übach-Palenberg (Kreis Heinsberg) beim Lidl-Eis-Produzent Bon Gelati und beim Schokoladen- und Snack-Hersteller Solent. Außerdem hat die NGG Aachen zu Arbeitsniederlegungen beim Waffel-Hersteller Biscuit International in Eschweiler und bei der Feinbäckerei Otten in Erkelenz aufgerufen. „Bei diesen Unternehmen in der Aachener Region stehen die Produktionsbänder am Freitag still. Es wird keine Schokolade, keine Praline, keine Printe, kein Keks, kein Eis und kein Snack mehr vom Band laufen“, kündigt Tim Lösch von der NGG Aachen an. Erhebliche Produktionsausfälle seien zu erwarten.

Hinter den Warnstreiks stecke „jede Menge Ärger über ein Frust-Lohn-Angebot der Arbeitgeber“. Diese hätten zuletzt „lediglich 2 Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung von 156 Euro“ angeboten. „Das ist kein Angebot. Das ist eine Farce. Denn das, was die Arbeitgeber bislang auf den Tisch gelegt haben, frisst schon die Inflation auf“, sagt Tim Lösch. Der Geschäftsführer der NGG Aachen spricht von einer „Portion Saures, die die Süßwarenhersteller ihren Beschäftigten aufs Auge drücken“ wollten. Die Gewerkschaft hält auch nach der dritten Tarifrunde, die ohne Ergebnis zu Ende gegangen ist, an ihrer Forderung fest: Ein Lohn-Plus von 5,8 Prozent – mindestens aber 230 Euro mehr pro Monat, so die NGG.

„Es ist höchste Zeit, dass die Arbeitgeber ein brauchbares Angebot machen“, sagt Tim Lösch. Die nächste Gelegenheit dafür komme Mitte August (Hinweis f.d. Red.: am Donnerstag, 13. August). Dann treffe die NGG mit dem Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) zur nächsten Verhandlungsrunde zusammen. Dabei gehe es immerhin um den Lohn für die rund 17.000 Beschäftigten der Branche in Nordrhein-Westfalen. Sollte es dann keine spürbaren Fortschritte geben, werde die NGG die Warnstreiks in der nordrhein-westfälischen Süßwarenindustrie ausweiten: „Wenn die Arbeitgeber wollen, dass es wehtut, dann wird es wehtun. Und zwar so richtig“, so Tim Lösch.

Quelle:
NGG

By CUH