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Aachen

Die Fußgängerbrücke über die Krefelder Straße, ist in die Jahre gekommen. Das 1976 errichtete Stahlbetonbauwerk diente einst vor allem Schülerinnen und Schülern der Alkuinschule und lenkte an Spieltagen die Massen zum alten Tivoli. Doch seit der Eröffnung des neuen Stadions 2009 verlaufen die Fanströme über die neue Tivoli-Brücke, und die Alkuin-Realschule wird seit 2019 auslaufend geschlossen. Eine nahe Fußgängerampel – weniger als 50 Meter entfernt – bietet zudem eine sichere Querung. Die Folge: Die Brücke wird nur noch selten genutzt; wegen ihrer Treppen ist sie weder barrierefrei noch fahrradtauglich.

Technisch ist der Zustand kritisch. Untersuchungen zeigen Risse, Betonabplatzungen und korrodierende Bewehrung; teils ist die Stahlarmierung bereits sichtbar. Feuchtigkeit und Streusalz gelten als Hauptursachen. Bereits 2000 sanierte Schäden hielten nicht dauerhaft. Die jüngste Prüfung (2024) bescheinigt „signifikante Schäden“ an den Treppen und bewertet das Bauwerk mit den Zustandsnoten 2,8 bzw. 3,2. Eine akute Gefährdung sehen die Gutachter derzeit nicht: Die Verkehrssicherheit gilt vorerst als gegeben, die Brücke kann weiterhin genutzt werden.

Politisch steht nun die Grundsatzentscheidung an: teure Sanierung oder Rückbau. Für den langfristigen Erhalt wurden zwei Varianten kalkuliert – je nach Verfahren mit Kosten zwischen rund 340.000 und 380.000 Euro. Angesichts abnehmender Nutzung, fehlender Barrierefreiheit und steigender Instandhaltungslasten dürfte die Debatte an Schärfe gewinnen. Ob die alte Tivolibrücke bleibt oder fällt, entscheidet sich in den kommenden Beratungen.

Foto / Bericht
Heinsberg Magazin

By CUH