Social Media

Ein halbes Jahrhundert auf dem Feld: Gerhard Frohn und sein Mähdrescher „International 3 21“

Geilenkirchen/Waldenrath/Gangelt

Wenn der rote „International 3 21“ mit sonorem Brummen über die Felder rollt, drehen sich Köpfe. Der Mähdrescher ist ein echter Blickfang – und ein Stück lebendige Landwirtschaftsgeschichte. Vor 50 Jahren gekauft, befindet sich die Maschine seither ununterbrochen im Besitz der Familie Frohn aus Geilenkirchen Hatterath . Gefahren wird sie bis heute von Gerhard Frohn, der auch in dieser Saison wieder um Waldenrath und Gangelt unterwegs ist.

Gebaut wurde der „International 3 21“ in Frankreich. Unter der Haube arbeitet ein 4‑Liter-Motor aus Neuss mit 75 PS – solide, kraftvoll, zuverlässig. Aus dem Baujahr 1976 stammt die Maschine, die zunächst bei Landtechnik Peter Braun in Geilenkirchen-Süggerath im Laden stand, ehe sie die Familie Frohn erwarb. „Seitdem begleitet uns der Drescher durch jede Ernte“, erzählt Gerhard Frohn. „Man kennt jede Schraube, jeden Handgriff – und genau das macht die Verbindung so besonders.“
Mit dem Alter wächst die Herausforderung: Ersatzteile für betagte Landtechnik sind rar geworden. Für Frohn kein Grund zur Resignation, sondern Ansporn. Er hat sich einen zweiten „International 3 21“ als Teileträger gesichert und übernimmt Reparaturen selbst. „Das ist Handwerk, Geduld und ein bisschen Detektivarbeit“, sagt er schmunzelnd. „Aber die Technik ist ehrlich, sie dankt Pflege mit Zuverlässigkeit.“

Die Faszination, die der 50 Jahre alte Mähdrescher ausstrahlt, reicht über die Felder hinaus. Passanten bleiben stehen, Kinder winken, ältere Menschen erinnern sich an die Ernten ihrer Jugend. Oft wird Frohn auf das Arbeitsgerät angesprochen – auf die ungewöhnlich lange Einsatzzeit, den satten Klang, die robuste Bauweise. In einer Zeit, in der Digitalisierung, Sensorik und Großmaschinen den Takt bestimmen, erzählt sein „International“ eine andere Geschichte: von Beständigkeit, Reparierbarkeit und der Kunst, Technik über Generationen funktionsfähig zu halten.

Auch künftig soll der Veteran im Einsatz bleiben – so lange, wie Korn reift und Hände da sind, die zupacken. Für Gerhard Frohn ist klar: „Solange er läuft, fährt er. Und solange ich kann, fahre ich ihn.“ Ein Mann, sein Mähdrescher – und eine Partnerschaft, die seit fünf Jahrzehnten Ernte einfährt.

By CUH