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Mit dem Ruf „Zeigt her eure Füße!“ verwandelte sich das Dorfzentrum „Mittendrin“ am 1. Juli in eine Bühne für Bewegung, Wissen und Gemeinschaft. Im Rahmen der Reihe „Gesund durchs Dorf“, mit der sich das ehrenamtliche Team des Dorfladens um den AOK-Gesundheitspreis bewirbt, stand nicht nur der Fuß, sondern das gesamte menschliche Skelett im Mittelpunkt – jenes tragende Gerüst, das uns durchs Leben trägt.

Den Auftakt machte die Orthopädie-Fachärztin und Hausärztin Susanne Beckers (Wassenberg). Anschaulich erläuterte sie, warum gesunde Füße die Basis für einen beschwerdefreien Bewegungsapparat sind: Ein Fuß besteht aus 26 Knochen, 33 Gelenken sowie über 100 Muskeln und Bändern. Enge, steife Schuhe oder hohe Absätze beeinträchtigen die natürliche Stoßdämpferfunktion erheblich. Barfußlaufen hingegen aktiviere die Muskulatur im Fußgewölbe, entlaste Knie, Hüfte und Wirbelsäule und könne Rückenschmerzen vorbeugen. Mit einem Augenzwinkern berichtete Beckers aus dem Familienalltag: „Meine Kinder durften sich zu Hause nur in Socken fortbewegen, Schuhe waren da verbannt.“

In ihrem Kurzvortrag streifte sie zudem Aspekte der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), die im Westen oft zu wenig Beachtung fänden. Sie verwies auf sechs über den Fuß verlaufende Meridiane – Niere, Leber, Milz, Blase, Gallenblase und Magen – als Leitbahnen des Energiesystems, die sich durch Akupressur stimulieren lassen.

Im praktischen Teil übernahm der angehende Physiotherapeut Volker Eßer (Effeld). Er versammelte die rund 16 Teilnehmenden, darunter auch Kinder, zunächst im Kreis und zeigte leicht umsetzbare Übungen: Zehen mobilisieren, die Fußsohle dehnen, die „Wadenpumpe“ aktivieren und die Standfestigkeit verbessern. Anschließend führte ein spielerischer Parcours durch verschiedene Stationen: Socken-Schleudern mit Tennisball-Füllung, Handtücher falten und wieder entfalten, den eigenen Namen mit den Zehen auf Karton schreiben oder Seilchen-Ziehen im Tandem – mit einem zwischen Großzehe und Nachbarzehe eingeklemmten Seil. Die Übungen sorgten nicht nur für spürbare Aktivierung, sondern auch für viele Lacher und ein spürbar näheres Miteinander. Zum Ausklang luden Getränke, Gebäck und die Möglichkeit eines wohltuenden Fußbads zum Verweilen ein.

Ursprünglich sollte der Barfußtag mit der Einweihung eines Barfußpfads im Lunapark gekrönt werden. Aus personellen Gründen musste dieses Vorhaben verschoben werden. Doch die Vorbereitungsgruppe „Treffpunkt“, die zweimal jährlich im Dorfladencafé tagt und neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter herzlich willkommen heißt, bleibt dran: Konkrete Pläne liegen bereits auf dem Tisch – die Realisierung im kommenden Jahr ist fest im Blick.

Fazit: Der Barfußtag zeigte eindrucksvoll, wie niedrigschwellige Impulse Wissen, Bewegung und Dorfgemeinschaft verbinden können – und dass Gesundheit buchstäblich bei den Füßen beginnt.

Fotos / Quelle
Irmgard Stieding

By CUH