Erkelenz
Mit dem heutigen Tag enden die offiziell letzten
Umsiedlungen am Tagebau Garzweiler. Seit den 1980er Jahren wurden mehr
als 8.000 Menschen aus 19 Dörfern für Garzweiler I und II aus ihrer
Heimat vertrieben. Gemeinsam mit Menschen aus der
Klimagerechtigkeitsbewegung feiern die Bewohner der fünf geretteten
Dörfer diesen historischen Erfolg.
„Ein dunkles Kapitel westdeutscher Energiepolitik schließt sich: Mit dem
heutigen Tag sind Enteignungen für klimaschädliche Braunkohle
Geschichte!“ erklärt David Dresen aus dem geretteten Dorf Alt-Kuckum.
„Ich kann es immer noch nicht glauben, dass wir es geschafft haben, den
früheren Kohleausstieg zu erkämpfen. Ohne die Unterstützung der
Klimabewegung wäre das niemals möglich gewesen. Insbesondere den
Aktivisten aus Lützerath bin ich auf ewig zu Dank verpflichtet.“
Der Tagebau Garzweiler I begann 1983 und erstreckte sich über ein 66
Quadratkilometer großes Gebiet östlich der Autobahn A44. Seit 2006 wird
der Tagebau mit der Genehmigung der damaligen rot-grünen Landesregierung
unter der Bezeichnung Garzweiler II westlich der Autobahn fortgeführt.
Damit vergrößerte sich die Abbaufläche auf insgesamt 114
Quadratkilometer, womit Garzweiler zu den größten fossilen Projekten
Europas zählt.
„Dass viele Politiker jeglicher Couleur über Jahrzehnte hinweg an der
Seite von RWE standen, macht deutlich, wie wenig unsere Bürgerrechte
wert sind, wenn Konzerne mit am Verhandlungstisch sitzen. Doch der
vielfältige Widerstand gegen die Braunkohle zeigt auch: Wenn wir breite
Bündnisse schließen und solidarisch zusammenhalten, dann können viele
kleine Menschen einen Riesen besiegen.“ ist sich Marina Scheidler von
Alle Dörfer bleiben sicher.
Mit dem Ende der Umsiedlungen verbinden wir die Hoffnung, dass die
Erfahrungen aus Garzweiler künftig dazu beitragen, Bürgerbeteiligung
frühzeitig zu stärken und klimapolitische Entscheidungen stärker im
Dialog mit den betroffenen Menschen zu treffen.
Quelle:
Alle Dörfer bleiben
