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NGG fordert Lohn-Plus von 5,8 Prozent und weist zweites Arbeitgeberangebot zurück

Die zweite Tarifverhandlung für die Beschäftigten der Süßwarenindustrie in Nordrhein-Westfalen ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Aus Sicht der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) NRW haben die Arbeitgeber erneut kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. Als Reaktion darauf kommt es am 11. Juni ab 06 Uhr früh zu einem großen Warnstreik der Süßwarenbetriebe in der Region Aachen auf dem Bendplatz.

Saure Stimmung in der nordrhein-westfälischen Süßwarenindustrie: Die Arbeitgeber boten zuletzt lediglich 1,9 Prozent mehr Entgelt ab dem 01.05.2026 sowie weitere 1,5 Prozent ab dem 01.05.2027 bei einer Laufzeit von 24 Monaten an. Hinzu kommen 0,4 Prozentpunkte mehr für die betriebliche Altersvorsorge, was im Ecklohn rund 15 Euro zusätzlich ausmacht.

„Dieses Angebot bedeutet für die Beschäftigten in den Betrieben der Süßwarenindustrie am Ende weniger Kaufkraft und damit einen klaren Reallohnverlust. Das ist kein Angebot, das der Leistung der Kolleginnen und Kollegen gerecht wird. Vor allem nicht nach einem Jahr mit satten Gewinnen für viele Betriebe der Süßwarenindustrie“, erklärt Tim Lösch, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Region Aachen.

„Eine Mogelpackung für die Beschäftigten – die Antwort darauf heißt Streik!“ so Lösch weiter. Daher sind am 11. Juni die Beschäftigten der Süßwarenbetriebe der Region Aachen zum gemeinsamen Warnstreik aufgerufen. Mit dabei: Lindt (Aachen), Lambertz (Aachen), Biscuit International (Werk Eschweiler), Solent Übach-Palenberg, Bon Gelati Übach-Palenberg und die Feinbäckerei Otten (Erkelenz).

Die NGG fordert weiterhin 5,8 Prozent mehr Entgelt, mindestens jedoch 230 Euro monatlich mehr bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. „Die Beschäftigten halten die Produktion Tag für Tag am Laufen. Sie arbeiten im Schichtdienst, unter hoher Belastung und bei gleichzeitig steigenden Lebenshaltungskosten. Wer unter diesen Bedingungen mit Mini-Erhöhungen und langen Laufzeiten kommt, sorgt verständlicherweise für Frust und Wut in den Betrieben“, so Lösch weiter.

Scharfe Kritik übte die NGG am Verhalten der Arbeitgeber. „Die Arbeitgeber wollen partout einen Abschluss über 24 Monate. Dabei bieten sie eine Erhöhung, die nicht mal die Inflation ausgleicht und Teile davon wiederum in die Altersvorsorge fließen sollen. Deshalb dürfen sie sich jetzt über die Warnstreiks auch nicht wundern. Wir stehen da wohl auch erst am Anfang eines Konfliktes, der an Härte noch zunehmen wird“, sagte Mohamed Boudih, NGG-Verhandlungsführer und Landesvorsitzender der NGG NRW.

Die Tarifverhandlungen sollen am 30.06.2026 fortgesetzt werden. Mit dem heutigen Streiktag reihen sich die Streikenden in Aachen in eine Serie von Streiks in der gesamten Süßwarenindustrie in NRW und darüber hinaus ein.

 

Quelle: NGG

By CUH