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Die Leitstelle für die StädteRegion Aachen wurde um 19.43 Uhr über den vermeintlichen Austritt eines Gefahrstoffes am Aachener Westbahnhof informiert. Zuvor hatte ein Lokführer bei der routinemäßigen Sicherheitskontrolle seines Zuges festgestellt, dass aus einem Kesselwagen eine Flüssigkeit strahlartig austrat.

Umgehend wurden die zuständigen Einsatzkräfte alarmiert, darunter Feuerwehr, Rettungsdienste sowie Gefahrstoffspezialisten. Zeitgleich erfolgte durch die Deutsche Bahn eine Sperrung der Gleisanlagen, um den Einsatzkräften gefahrlosen Zutritt zu ermöglichen.
Da sich der Westbahnhof über ein weitläufiges Gleisareal erstreckt und der genaue Standort des
betroffenen Kesselwagens zunächst nicht bekannt war, wurde in einem ersten Einsatzabschnitt
umgehend eine umfassende Erkundung der Bahnhofsanlage eingeleitet. Gleichzeitig wurden seitens des Notfallmanagements der Deutschen Bahn Informationen zum Gefahrstoff im Kesselwagen bereitgestellt. Bei dem austretenden Stoff sollte es sich demnach um eine brennbare und giftige Flüssigkeit handeln.

Eine potenzielle Gefährdung konnte für Personen und Umwelt zunächst nicht ausgeschlossen werden.
Der Bahnhof wurde geräumt und weitläufig abgesperrt. Die Bevölkerung wurde vorsorglich durch eine Warnmeldung gebeten, den Gefahrenbereich zu meiden.
Gemeinsam mit dem meldenden Lokführer und weiteren Bahnmitarbeitern konnte der ungefähre
Bereich, in dem sich der betreffende Kesselwagen befand, eingegrenzt werden. Eine fußläufige
Erkundung durch die Einsatzkräfte lokalisierte dann den genauen Standort. Zur eigenen Sicherheitgingen sie mit entsprechender Schutzausrüstung und mit der Windrichtung vor. Zuvor konnte die Situation am Kesselwagen durch vorhandene Fotoaufnahmen des Waggons und eine telefonische Beratung des Gefahrgutmanagers der Deutschen Bahn bereits gut eingeschätzt werden. Parallel zu den Erkundungsmaßnahmen wurden in einem weiteren Einsatzabschnitt Vorbereitungen
getroffen, um zügige Löschmaßnahmen vornehmen zu können. Vorsorglich richteten die Einsatzkräfte auch einen Dekontaminationsplatz ein, um eine mögliche Kontamination von Einsatzkräften zu beseitigen.
Erst nach der Lokalisierung des betroffenen Wagens konnten gezielte Maßnahmen durch die
Einsatzkräfte vorgenommen werden. Relativ zügig stellte sich dann mit speziellen Messverfahren
heraus, dass kein Gefahrstoff aus dem Kesselwagen austrat. Ursache der Beobachtung war vielmehr Wasser, das sich infolge der Niederschläge der vergangenen Tage in der am Domdeckel befindlichen Havariewanne angesammelt hatte. Aufgrund einer Undichtigkeit am Ablaufschlauch trat dieses Wasser strahlförmig aus und wurde zunächst als möglicher Stoffaustritt wahrgenommen.

Die Feuerwehr konnte ihre Maßnahmen daher schnellstmöglich zurücknehmen. Die vorsorglich
ausgegebene Warnmeldung an die Bevölkerung wurde aufgehoben.

Im Einsatz befanden sich rund 80 Kräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr Aachen. Darüber hinaus waren Kräfte der Bundespolizei, Vertreter des Notfallmanagements der Deutschen Bahn sowie ein Fachberater für Gefahrguteinsätze an der Einsatzbewältigung beteiligt.

Quelle:
Feuerwehr Aachen
BOS-Einsatzreporter

By CUH