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Jülich
26. Mai 2026

Seit Jahrzehnten werden im Rheinischen Revier gigantische Mengen Grundwasser abgepumpt, um die
Tagebaue trocken zu halten. Dadurch wurden natürliche Grundwasserleiter aus dem Gleichgewicht
gebracht, Feuchtgebiete geschädigt und regionale Wasserhaushalte dauerhaft verändert. Nun sollen die
riesigen Tagebaulöcher geflutet werden – ein Prozess, der über Jahrzehnte enorme Wassermengen
binden wird.

„Die Braunkohle hat nicht nur Landschaften zerstört, sondern auch die natürlichen Wasserspeicher der
Region massiv geschädigt“, erklärt Timo Luthmann vom Wasserbündnis Rheinisches Revier. „Jetzt
erleben wir die Konsequenzen: sinkende Wasserverfügbarkeit, belastete Grundwasserströme und eine
zunehmende Konkurrenz um Trinkwasser.“
Wasserschützer warnen, dass die Flutung der Tagebaue nicht nur Wasser aus Rhein und Rur dem
regionalen Wassersystem entzieht, sondern auch Auswirkungen auf bestehende Trinkwasserbrunnen
haben wird. Veränderungen der Grundwasserströmungen, Belastungen durch Sulfate und andere
Stoffe sowie sinkende Wasserstände werden dazu führen, dass weitere Brunnen geschlossen werden
müssen.

„Während Politik und Konzerne von Strukturwandel sprechen, wird die Wasserfrage verdrängt“,
kritisiert Timo Luthmann. „Doch ohne sicheres Trinkwasser gibt es keine lebenswerte Zukunft im
Revier.“

Wir fordern deshalb:
 einen sofortigen unabhängigen Wasserstresstest für das gesamte Rheinische Revier,
 vollständige Transparenz bezüglich der Auswirkungen der Tagebauflutung auf
Trinkwasserressourcen,
 Vorrang der öffentlichen Trinkwasserversorgung vor industriellen Großverbrauchern, wie z.B.
der geplanten Rechenzentren,
 einen Ausbau dezentraler Wasserschutzmaßnahmen und Renaturierung zerstörter
Landschaften,
 sowie eine langfristige demokratische Kontrolle über die Wasserressourcen der Region.

„Wasser ist keine unerschöpfliche Ressource“ sagt Maria Arians-Kronenberg vom Wasserbündnis.
„Die Klimakrise verschärft Dürren und Hitzewellen – und die Altlasten der Braunkohle verschärfen
die Situation zusätzlich. Die Menschen im Rheinischen Revier dürfen nicht die Zeche für
jahrzehntelange Fehlentscheidungen zahlen.“
Das Wasserbündnis kündigt an, den öffentlichen Druck in den kommenden Monaten zu erhöhen. So
wird vom 28.08.-30.08.2026 in der Nähe der Entnahmestelle für die Rheinwassertransportleitung ein
„Rheincamp“ stattfinden, welches mit Bildung, Workshops und öffentlichen Aktionen das Thema
Wasser in den Mittelpunkt rücken wird.

Kontakt:
Wasserbündnis Rheinisches Revier

By CUH