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Hückelhoven/Wassenberg

Unter sichtbarem Polizeischutz haben am Mittwoch zahlreiche Angehörige, Freunde und Bekannte an der Ditib-Moschee in Hückelhoven Abschied von dem in Wassenberg erschossenen 37-Jährigen genommen. Ab 14 Uhr füllte sich der Bereich an der Hilfarther Straße, der Andrang war groß. Das gemeinsame Gebet wurde für die Trauergemeinde auch ins Deutsche übersetzt. Nachdem der Sarg aus der Moschee durch die trauernden Menschen getragen wurde fand das Trauergebet unter Zelten neben dem Gebäude statt.

Die Polizei war während der gesamten Zeremonie präsent. Von Zwischenfällen wurde nichts bekannt. Für viele stand an diesem Tag der persönliche Abschied im Vordergrund – leise Gespräche, gefaltete Hände, Blicke voller Trauer und Fassungslosigkeit prägten das Bild rund um die Moschee. Das Opfer hinterlässt ein Umfeld, das um einen Menschen trauert, dessen Leben abrupt und gewaltsam endete.

Tat in Wassenberg: Täter weiter flüchtig

Gut eineinhalb Wochen nach den Schüssen in Wassenberg ist der unbekannte Schütze weiterhin nicht ermittelt. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden am Montag, 11. Mai, gegen 20 Uhr an der Straße „An der Haag“ mehrere Schüsse abgegeben. Mehrere Anwohner wählten den Notruf, nachdem sie die Schüsse hörten. Laut Staatsanwaltschaft Aachen feuerte ein maskierter Täter auf den 37-Jährigen; das Opfer erlag noch am Tatort seinen schweren Verletzungen. Der Bereich wurde großräumig abgesperrt, die Spurensicherung dauerte bis in die Nacht.

Ermittlungen im Bereich Organisierte Kriminalität

Nach Angaben der Aachener Staatsanwaltschaft handelte es sich bei dem Getöteten um ein Mitglied eines Rocker Club mit Verbindungen in die organisierte Kriminalität. Die Ermittlungen wurden daher an die zuständige Abteilung für Organisierte Kriminalität übergeben. Konkrete Hinweise auf die Identität des Schützen oder ein mögliches Tatmotiv gibt es offiziell bislang nicht. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, heißt es aus Ermittlerkreisen. Ob die Tat im Zusammenhang mit clubinternen Konflikten, Revierstreitigkeiten oder persönlichen Fehden steht, ist derzeit ungeklärt.

Zeugenaufruf und sensibles Umfeld

Die Polizei wertet Video- und Spurmaterial aus dem Umfeld der Tatörtlichkeit aus und bittet weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung. Dabei bewegen sich die Ermittler in einem besonders sensiblen Umfeld: Fälle mit möglicher Clan- oder Rockerbezugslage verlangen sorgfältige Beweisführung, strikte Geheimhaltung operativer Maßnahmen und Schutz potenzieller Zeugen. Offizielle Angaben zu sichergestellten Tatmitteln oder Fluchtwegen machte die Staatsanwaltschaft bislang nicht.

Ein Stadtviertel unter Eindruck

Im Wassenberger Viertel rund um „An der Haag“ sitzt der Schock tief. Anwohner berichten von einem starken Polizeiaufgebot in den Tagen nach der Tat; viele meiden seither die Örtlichkeit in den Abendstunden. Gleichzeitig zeigen die Bilder der Trauerfeier in Hückelhoven, dass hinter nüchternen Ermittlungsakten Familien und Freunde um einen Menschen trauern. Zwischen stiller Anteilnahme und offenen Fragen steht eine Kommune, die auf Aufklärung hofft.

Ausblick

Die Ermittlungsbehörden setzen ihre Arbeit fort. Bislang gibt es keine Festnahme. Für die kommenden Tage rechnen Beobachter mit weiteren Auswertungen von Spuren und möglicher Öffentlichkeitsfahndung, sollte sich ein belastbarer Ansatz ergeben. Fest steht: Die Suche nach dem unbekannten Schützen geht weiter – und mit ihr die Hoffnung auf Antworten in einem Fall, der die Region erschüttert hat.

Foto / Bericht
Heinsberg Magazin

By CUH