Kreis Heinsberg
Ein neuer Eindringling beschäftigt seit geraumer Zeit Imker, Naturschützer und Behörden im Kreis Heinsberg: die Asiatische Hornisse (Vespa velutina). Die invasive Art, die ursprünglich aus Südostasien stammt, breitet sich seit einigen Jahren in Europa aus und wurde nun mehrfach auch im Kreisgebiet bestätigt. Bereits vor zwei Jahren wurden im Kreis Heinsberg solche Nester weg gemacht.

ein Nest der Asiatischen Hornisse
Nach Angaben des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) wurden seit dem vergangenen Sommer mehrere Nester der Asiatischen Hornisse in Heinsberg, Geilenkirchen und Gangelt gemeldet. Besonders auffällig sei, dass die Funde zunehmend dichter und früher im Jahr auftreten. Fachleute gehen davon aus, dass sich die Art inzwischen dauerhaft angesiedelt hat.
Warum die Asiatische Hornisse ein Problem ist
Im Gegensatz zu ihrer heimischen Verwandten, der Europäischen Hornisse, gilt Vespa velutina als potenziell schädlich für die regionale Insektenwelt. Besonders betroffen sind Honigbienen. Die Asiatische Hornisse lauert häufig in der Nähe von Bienenstöcken und jagt die heimischen Bienen gezielt.
Für den Menschen ist die Art nicht gefährlicher als andere Wespen oder Hornissen, es sei denn, jemand nähert sich einem Nest. Die Tiere verteidigen ihre Nester energisch, die oft in großer Höhe in Bäumen hängen. Allerdings nicht nur. So können sich die
Nester auch in Hecken und Büschen verstecken. Sobald die asiatische Hornisse einen „Feind“ ausgemacht hat wird dieser angegriffen. Dabei ist es egal ob ein spielendes Kind die Hornissen aufgeschreckt hat oder ein erwachsener Mensch. Sobald die Hornisse sich
bedroht fühlt geht sie in den Angriffsmodus – und das nicht allein. Absolut tödlich könnte ein solcher Angriff dann zum Beispiel für Allergiker werden wie der Vorstand des Velutina Netzwerk Niederrhein e.V. ausführt.

Reaktionen von Imkern und Behörden
Imker im Kreis Heinsberg äußern sich besorgt, da bereits mehrere Bienenvölker durch wiederholte Angriffe geschwächt wurden. Der Kreisimkerverband fordert daher eine bessere Aufklärung der Bevölkerung sowie eine koordinierte Erfassung der Nester.
Die Untere Naturschutzbehörde arbeitet derzeit eng mit Fachgruppen zusammen, um Sichtungen schnell zu überprüfen und Nester fachgerecht zu beseitigen. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, mögliche Funde zu melden, jedoch keinesfalls selbst zu handeln – die Nester können tausende Tiere enthalten.
Woran Bürger die Asiatische Hornisse erkennen
• dunkler Thorax ohne gelbe Zeichnung
• orangefarbener Kopf
• gelbe Beinenden
• meist kugelförmige, papierartige Nester hoch oben in Bäumen
Meldungen können über die Internetplattform des LANUV oder direkt bei der Kreisverwaltung erfolgen. Das Velutina Netzwerk Niederrhein hat auf ihrer Webseite allerdings auch eine Übersicht der Meldeplattformen eingebettet – hier klicken – https://velutina-netzwerk-niederrhein.de/vespa-velutina-melden
Ausblick
Experten rechnen damit, dass die Asiatische Hornisse sich weiter ausbreiten wird. Maßnahmen wie frühzeitige Nestentdeckung und die Information der Bevölkerung sind daher entscheidend, um Schäden an der heimischen Insektenwelt und an Bienenvölkern möglichst gering zu halten.
Möglichkeiten
Das Velutina Netzwerk Niederrhein e.V. bietet anderen Organisationen die Möglichkeit sich anzuschliessen um gegen die invasive Art vorzugehen.
Interessierte Vereine oder auch Personen können sich bei den Vorstandsmitgliedern gerne melden.
Netzwerktreffen im Kreishaus
Am Montag den 02.03.2026 kam es im kleinen Sitzungssaal des Kreishauses in Heinsberg zu einem Treffen verschiedener Organisationen und Behörden. Und das „grenzüberschreitend“. So waren Vertreter aus den umliegenden Kreisen und Städten, aber auch aus dem niederländischen Limburg erschienen um sich auszutauschen. Die asiatische Hornisse wird nicht vor Grenzen halt machen – und sollte man in grenzüberschreitender Zusammenarbeit der neuen Art entgegentreten. Hier kann man sich dann über bereits gegangene Wege, Möglichkeiten und vieles mehr direkt austauschen und die gemachten Erfahrungen miteinander teilen. Zum Auftakt der Veranstaltung begrüßte Landrat Stephan Pusch die Teilnehmer und übergab dann auch gleich das Wort an die Experten
Fotos / Video / Bericht
Heinsberg Magazin
