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Düsseldorf
23. Februar 2026

Rund 10.000 Menschen haben am Montag in Düsseldorf-Garath gegen den Auftritt des
rechtsextremen AfD-Politikers Björn Höcke demonstriert. Zu den Gegenkundgebungen hatten die
Bündnisse „Garath tolerant und weltoffen“, „Düsseldorf stellt sich quer“ und der „Düsseldorfer
Appell“ aufgerufen. Unterstützung kam unter anderem von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die
Linke, der AWO Düsseldorf, der Evangelischen Kirche Düsseldorf, dem Rat der Religionen, dem
Deutschen Gewerkschaftsbund, dem Jugendring Düsseldorf, dem Mieterverein, der Initiative
„Flüchtlinge willkommen in Düsseldorf“ sowie zahlreichen Kulturprojekten und Chören. Auch aus
der CDU beteiligten sich einzelne Vertreter an den Protesten.

Bereits am Nachmittag sammelten sich Demonstranten an der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche und am
S-Bahnhof Garath. Von dort zogen mehrere Demonstrationszüge durch den Stadtteil zum
NikolausGroß-Platz vor dem Kulturhaus Süd, wo die zentrale Kundgebung stattfand. Transparente,
Redebeiträge und Sprechchöre machten die Ablehnung gegenüber Höcke deutlich. Die Kundgebung
blieb laut und dicht, aber überwiegend friedlich. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im
Einsatz, sperrte Straßen und trennte die Versammlungen über Stunden hinweg. Der Verkehr rund
um den S-Bahnhof Garath, die Frankfurter Straße und das Kulturhaus kam zeitweise zum Erliegen.
Im Verlauf der Proteste mussten nach Angaben der Demosanitäter eine kleine zweistellige Zahl von
Menschen medizinisch versorgt werden. Neben Behandlungen nach Pfefferspray-Einwirkung lag
der Schwerpunkt auf Kopfverletzungen. Zu den Ursachen machten die Sanitäter keine Angaben.
Auch auf Seiten der Polizei gab es Verletzte: Vier Beamte wurden nach Behördenangaben leicht
verletzt. Zu den Ursachen wurden auch hier keine Angaben gemacht. Eine Person wurde in
Gewahrsam genommen.

Für zusätzliche Empörung sorgten Äußerungen Höckes selbst. Laut „Welt“ griff er die
Gegendemonstrierenden in seiner Rede an und erklärte unter dem Applaus von rund 300 Zuhörern,
„normale Menschen“ müssten Mut zeigen, „wenn da draußen die Therapiebedürftigen stehen“. Die
Kritik richtete sich damit gegen eine Protestbewegung, die von Kirchen, Gewerkschaften, Parteien
und zahlreichen zivilgesellschaftlichen Initiativen getragen wurde.
Der Auftritt in Garath war Teil einer Reihe von Veranstaltungen Höckes in Nordrhein-Westfalen, die
an mehreren Orten von Protesten begleitet wurden. Erst Anfang Februar war er mit dem Versuch
gescheitert, sich im Thüringer Landtag per Misstrauensvotum zum Ministerpräsidenten wählen zu
lassen. Höcke ist zudem rechtskräftig wegen der Verwendung einer verbotenen SA-Losung
verurteilt worden; wegen einer erneuten Verwendung wird aktuell ermittelt.
Der nordrheinwestfälische AfD-Landesverband wird zudem vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer
Verdachtsfall geführt.

Bis in den Abend hinein standen sich ein breiter zivilgesellschaftlicher Protest und die Anhänger des
AfD-Politikers in einem weiträumig abgesperrten Bereich gegenüber. Ein direktes
Aufeinandertreffen wurde durch Polizeiketten verhindert.

Foto / Bericht
Ron Weimann

By CUH