Heinsberg
17.12.2025
Prävention, Selbstbehauptung und praktische Selbstverteidigung standen im Mittelpunkt des Kurses
„Starke Frauen für Heinsberg“, der jetzt erfolgreich abgeschlossen wurde. Die Veranstaltung fand
bereits zum fünften Mal statt und richtete sich an Frauen und Mädchen, die ihre Sicherheit und ihr
Selbstvertrauen stärken wollten. Über sechs Doppelstunden hinweg wurden theoretische
Grundlagen und praxisnahe Techniken vermittelt, die den Teilnehmerinnen helfen, sich im Alltag
sicherer zu fühlen.
Das Trainerteam bestand aus Roland Tillmanns, 3. DAN Jujutsu, sowie den Assistenztrainern
Patrick Czinczoll, 2. Kyu, und Luis Böcker, 3. Kyu. Tillmanns betonte den pädagogischen Ansatz
des Kurses und sagte: „Jeder Kampf, der vermieden wird, ist ein gewonnener Kampf.“ Außerdem
erklärte er: „Das Trainerteam wurde so gewählt, dass man die Techniken zeigen kann, ohne die
Distanz zu den Teilnehmerinnen zu verringern.“

Besonders wichtig sei, so Tillmanns weiter, das Bewusstsein für die gesellschaftliche Realität von
Gewalt zu schärfen. „Häusliche Gewalt betrifft in Deutschland vor allem Frauen und geschieht
meist durch aktuelle oder ehemalige Partner. Studien zeigen, dass rund jede vierte Frau im Laufe
ihres Lebens Gewalt im häuslichen Umfeld erlebt.“ Gewalt gegen Frauen, so der Trainer, sei kein
Randphänomen und betreffe alle gesellschaftlichen Schichten, Altersgruppen und Nationalitäten
gleichermaßen. Prävention und Aufklärung seien daher zentrale Aufgaben, um Betroffene zu
stärken und Strukturen von Gewalt zu durchbrechen.
Assistenztrainer Patrick Czinczoll ergänzte: „Das Bewusstsein für eine Selbstverteidigung ist bei
manchen nur für die eigenen Kinder da, nicht für sich selbst.“ Diese Beobachtung machte deutlich,
wie wichtig es ist, auch Frauen für ihre persönliche Sicherheit zu sensibilisieren.
Ganzheitlicher Ansatz mit Praxisbezug
Der Kurs setzte daher auf einen klar strukturierten Aufbau. Jede Trainingseinheit begann mit einem
theoretischen Teil, in dem Gefahreneinschätzung, Präventionsstrategien und Verhaltensgrundlagen
vermittelt wurden. Daran schloss sich jeweils die praktische Umsetzung an, bei der die
Teilnehmerinnen das Gelernte direkt in Übungen anwenden konnten. Bereits in der ersten Einheit
stand Prävention im Mittelpunkt. Die Teilnehmerinnen lernten, Gefahrensituationen frühzeitig zu
erkennen, ihrem Bauchgefühl zu vertrauen und Risiken durch umsichtiges Verhalten zu verringern.
Wahrnehmungsübungen schärften zusätzlich den Blick für die Umgebung, die Körpersprache und
die richtige Einschätzung von Distanzen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Selbstbehauptung und Stimmeinsatz. In praktischen Übungen und
Rollenspielen trainierten die Frauen, klare Grenzen zu setzen und entschlossen aufzutreten. Dabei
zeigte sich, dass eine bewusste und kräftige Stimme ein wirkungsvolles Mittel zur Abschreckung
und zur Stärkung des eigenen Auftretens ist.
Im praktischen Teil wurden einfache und effektive Selbstverteidigungstechniken vermittelt, die
auch unter Stress zuverlässig anwendbar sind. Im Vordergrund stand dabei nicht sportliche
Leistung, sondern die Fähigkeit, sich aus einer bedrohlichen Situation zu befreien und in Sicherheit
zu bringen. Die Übungen wurden dem jeweiligen Leistungsstand der Teilnehmerinnen angepasst,
damit sowohl jüngere Mädchen als auch erwachsene Frauen sicher mitarbeiten konnten.
Positive Resonanz und Ausblick
Alle Teilnehmerinnen zeigten ein hohes Maß an Engagement und machten im Verlauf des Kurses
deutliche Fortschritte. Neben neuen Techniken nahmen sie vor allem mehr Selbstvertrauen und
Sicherheit mit nach Hause. Mehrere Teilnehmerinnen äußerten den Wunsch, die Gruppe
fortzuführen und gemeinsam weiter zu trainieren. Der Wunsch nach einer Fortsetzung zeigt, wie
nachhaltig und motivierend das Konzept von „Starke Frauen für Heinsberg“ wirkt.
Zum Abschluss erhielten alle Teilnehmerinnen eine Urkunde. Der Kurs verdeutlichte einmal mehr,
wie bedeutend qualifizierte Trainingsangebote zur Stärkung von Frauen und Mädchen sind. Sie
fördern nicht nur die körperliche Sicherheit, sondern auch Selbstvertrauen, Präsenz und innere
Stärke.
Text und Bild:
Ron Weimann
