Immer in der Nähe: Der flächendeckende Nacht- und Notdienst der Apotheken
Vor-Ort-Apotheken im Kreis Heinsberg bleiben unverzichtbare Säule der Gesundheitsversorgung
Kreis Heinsberg
15.12.2025
Auch an den bevorstehenden Feiertagen ist die Arzneimittelversorgung im Kreis Heinsberg zuverlässig gesichert. Die Apotheken vor Ort gewährleisten über ihren flächendeckenden Notdienst rund um die Uhr die Abgabe dringend benötigter Medikamente mit qualifizierter Beratung. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur medizinischen Grundversorgung – selbst
unter spürbar schwieriger werdenden Rahmenbedingungen.
Katja Renner, Pressesprecherin der Apotheker im Kreis Heinsberg, betont die zentrale Rolle der
Vor-Ort-Apotheken: „Wer über die Feiertage dringend Arzneimittel benötigt, findet stets eine
diensthabende Apotheke in erreichbarer Nähe.“ Der tägliche Wechsel des Notdienstes von 9
Uhr morgens bis 9 Uhr des Folgetages stelle sicher, dass Patientinnen und Patienten jederzeit
auf kompetente Unterstützung zählen können.
Notdienst als tragende Säule der Gesundheitsversorgung
Der Apothekennotdienst zählt zu den wichtigsten und zugleich anspruchsvollsten Aufgaben der
öffentlichen Apotheken. Allein im Jahr 2024 leisteten die Vor-Ort-Apotheken bundesweit rund
380.000 Notdienste: ein eindrucksvoller Beleg für ihre systemrelevante Bedeutung. In der bestehenden Struktur sind alle Apotheken zur Dienstbereitschaft verpflichtet; die zuständige Apothekerkammer legt fest, welche Apotheke nachts oder an Sonn- und Feiertagen innerhalb eines
definierten Gebietes den Bereitschaftsdienst übernimmt.
Die Verantwortung für die Durchführung des Notdienstes liegt beim jeweiligen Apothekenleiter. Die Anforderungen sind hoch: Ein Großteil der Patientinnen und Patienten sucht die Notdienst-Apotheke ohne vorherigen Arztkontakt auf. Oft mit akuten Beschwerden, dringenden
Fragen zu Medikamenten oder Unsicherheiten bei der Selbstmedikation. Apothekerinnen und
Apotheker müssen in solchen Situationen schnell entscheiden, beraten und häufig auch beruhigend einwirken. Der Notdienst ist damit weit mehr als die reine Abgabe von Arzneimitteln:
Er bildet einen niedrigschwelligen Zugang zur medizinischen Erstversorgung.
Wie finde ich eine Notdienst-Apotheke in meiner Nähe?
• Die nächstgelegene Notdienst-Apotheke lässt sich schnell und zuverlässig über die
Kurzwahl 22 8 33 vom Handy (69 Cent pro Minute) oder über die kostenlose Festnetznummer 0800 00 22 8 33 finden;
auch eine SMS mit dem Inhalt „apo“ an 22 8 33
(69 Cent pro SMS) liefert sofort die gewünschte Auskunft. Online stehen unter
www.apothekennotdienst-nrw.de sowie www.aponet.de benutzerfreundliche
Suchfunktionen direkt auf der Startseite zur Verfügung.
• Darüber hinaus hilft die kostenlose App „Apothekenfinder“ für Android, iOS und
Windows, die diensthabende Apotheke in der Nähe zu ermitteln. Wer unterwegs ist,
kann zudem jede beliebige Apotheke aufsuchen, da alle Apotheken per Aushang
über die aktuell nächstgelegenen Notdienstapotheken informieren.
Versorgung unter Druck: Weniger Apotheken, mehr Verantwortung
Die langfristige Entwicklung bereitet jedoch große Sorge. Die Zahl der Apotheken in Deutschland sinkt kontinuierlich und wird in diesem Jahr voraussichtlich unter 17.000 fallen: der niedrigste Stand seit über 40 Jahren. Im Rheinland ist die Zahl der Apotheken zum Ende des dritten
Quartals bereits unter 2.000 gesunken. Hauptgründe sind an erster Stelle die seit mehr als einem Jahrzehnt nicht angepasste, aber von der Bundesregierung im Koalitionsvertrag versprochene, höhere Vergütung, um 65 Prozent gestiegene Kosten und ein anhaltender Bürokratismus.
Die Auswirkungen werden in ländlichen und auch in städtischen Regionen zunehmend spürbar:
Schließungen führen zu längeren Wegen, was für immobile Patienten schnell zu einer hohen
organisatorischen Hürde wird. „Die verbleibenden Apotheken versuchen, mit längeren
Öffnungszeiten und einem erweiterten Botendienst gegenzusteuern“, erklärt Renner. So solle
verhindert werden, dass sich die wohnortnahe Versorgung merklich verschlechtert.
Lieferengpässe und Fachkräftemangel verschärfen die Lage
Zusätzlich belasten anhaltende Lieferengpässe den Alltag der Apotheken. Immer wieder sind
wichtige Arzneimittel, darunter Antibiotika, Schmerzmittel oder Kinderarzneien, nicht oder nur
schwer verfügbar. Die Teams prüfen Alternativen, halten Rücksprache mit Arztpraxen und beraten verunsicherte Patienten.
Gleichzeitig verstärkt ein zunehmender Fachkräftemangel die Belastung. Viele Apotheken arbeiten bereits an der Kapazitätsgrenze, um sowohl den regulären Betrieb als auch den anspruchsvollen Notdienst zu gewährleisten. Dennoch erfüllen die Apotheken trotz aller Herausforderungen ihre unverzichtbare Aufgabe weiterhin mit großer Verantwortung.
Gut vorbereitet durch die Feiertage
Um unnötige Notfallsituationen zu vermeiden, raten die Apotheken im Kreis Heinsberg, die eigene Hausapotheke rechtzeitig zu überprüfen und dazu auch die persönliche Beratung in der
Apotheke zu nutzen. Schmerz- und Fiebermittel, Erkältungspräparate, Verbandsmaterial und
individuell benötigte Dauermedikamente sollten in ausreichender Menge vorhanden sein. Eine
gut bestückte Hausapotheke ermöglicht es, akute Beschwerden schnell zu behandeln. Besonders dann, wenn Arztpraxen geschlossen sind oder der Weg zur Notdienstapotheke länger ausfällt. Dies entlastet Patient und Notdienst.
Ebenso wichtig ist es, benötigte Rezepte frühzeitig zu organisieren und einzulösen. Viele Arztpraxen sind rund um die Feiertage nur eingeschränkt erreichbar, sodass kurzfristige Anfragen
oft nicht mehr rechtzeitig bearbeitet werden können. Eine frühzeitige Vorbereitung verhindert
Engpässe und sorgt dafür, dass Patientinnen und Patienten auch über die Feiertage hinweg
zuverlässig versorgt sind.
Politik muss handeln, um die Versorgung zu sichern
Trotz wachsender Belastungen und struktureller Herausforderungen bleiben die Apotheken im
Kreis Heinsberg eine verlässliche Anlaufstelle – insbesondere im Notfall. Renner fasst die Lage
zusammen: „Die Menschen erwarten zu Recht, dass Apotheken gut erreichbar sind und wie
sonst keine Anlaufstelle im Gesundheitswesen auch ohne Termin und Wartezeit einfach persönlich für sie da sind. Damit das auch künftig so bleibt, muss die Bundesregierung endlich die
zugesagten Maßnahmen zur Stärkung der Apotheken vor Ort umsetzen.“
Quelle: ABDA
