Geilenkirchen
12. Dezember 2025
Die AfD wollte einen Bürgerdialog abhalten und löste damit
einen Sturm der Empörung aus. Das Kulturhaus Haus Basten war die ursprüngliche Wahl, doch die
Stadtverwaltung zog die Notbremse und verweigerte die Nutzung. Die Partei musste kurzerhand ins
ESC-Gebäude ausweichen.
Vor dem ESC versammelten sich rund 220 Protestierende. Sie trugen Schilder, skandierten Parolen
und machten deutlich, dass sie die AfD nicht in ihrer Stadt sehen wollen. Die Stimmung war
angespannt, doch die Demonstration blieb weitgehend friedlich. Ein politischer YouTuber sorgte für
zusätzliche Turbulenzen. Nach eigener Aussage AfD-freundlich, filmte er die Protestierenden,
suchte immer wieder die verbale Konfrontation und brachte die Polizei dazu, einzuschreiten. Ob
weitere Maßnahmen folgen, ist noch offen.

Im Inneren des ESC-Gebäudes spielte sich ein anderes Bild ab. Nach Angaben der Aachener
Zeitung nahmen rund 35 Menschen teil, darunter die gesamte AfD-Fraktion im Geilenkirchener
Stadtrat und einige Parteimitglieder aus Übach-Palenberg. Von einem Bürgerdialog mit der
Stadtgesellschaft konnte keine Rede sein.
Die Straße vor dem Gebäude wurde zum eigentlichen Schauplatz der Auseinandersetzung.
Demonstrierende, YouTuber und Polizei bildeten ein kleines Drama, das die politische Spannung in
der Stadt greifbar machte. In sozialen Netzwerken und Leserbriefen spiegelte sich die Kontroverse
wider. Die Reaktionen reichten von Zustimmung über Kritik bis zu hitzigen Debatten darüber, wie
mit umstrittenen Parteien umgegangen werden sollte.
Die Ereignisse zeigen, wie stark politische Spannungen selbst kleine Städte erreichen können.
Stadtverwaltung, Polizei und zivilgesellschaftliche Akteure stehen vor der Herausforderung, solche
Situationen zu organisieren, Sicherheit zu gewährleisten und dennoch den öffentlichen Raum offen
zu halten.
Fotos / Bericht:
Ron Weimann
