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Geilenkirchen
10. November 2025

Unter dem Motto „Gegen das Vergessen“ erinnerte die Initiative Erinnern Geilenkirchen am
heutigen Montagabend mit einem Lichtergang an die Reichspogromnacht von 1938. Mehr als 200
Bürgerinnen und Bürger nahmen teil und setzten ein sichtbares Zeichen gegen Hass, Ausgrenzung
und Gleichgültigkeit.

Die Veranstaltung begann mit einem Gedenkgottesdienst in der evangelischen Kirche in
Geilenkirchen-Hünshoven. Von dort aus führte der Lichtergang über vier Stolperstein-Stationen bis
zum jüdischen Friedhof. An jeder Station wurde an das Schicksal jüdischer Familien erinnert, deren
Leben in der NS-Zeit zerstört wurde. Auch hier in Geilenkirchen.

Das Berufskolleg Geilenkirchen beteiligte sich aktiv an der Gestaltung. Schülerinnen und Schüler
des beruflichen Gymnasiums übernahmen die Patenschaft für eine der Stationen und berichteten
über die ehemaligen jüdischen Geilenkirchenerinnen und Geilenkirchener, die dort lebten. Bereits
zuvor hatte die Schule den Gedenkgottesdienst mit vorbereitet.

Sprecher Johann Peter Pauli betonte die Bedeutung des gemeinsamen Erinnerns: „Wir alle tragen
Verantwortung für das, was bleibt.“ Er betonte: „Nur wer aus der Geschichte lernt, kann
Verantwortung für die Gegenwart und die Zukunft übernehmen.“ Erinnern sei kein Selbstzweck,
sondern eine Haltung, um die Würde jedes Menschen zu achten und zu bewahren“.

Auch Michael Coers unterstrich in seinem Beitrag die Bedeutung der Aufarbeitung und des
Miteinanders. „Es ist wichtig, dass unsere Initiative, vor allem eine ‚Bildungs-Initiative‘, ist“,
schrieb er. „Denn wir möchten aus der Vergangenheit lernen, damit sich die Verbrechen der
Geschichte nicht wiederholen.“ Coers sprach sich für Toleranz, Respekt und Verantwortung aus:
„Wir müssen aktiv und wachsam sein! Für Menschlichkeit, Toleranz und Zivilcourage.“
Die Initiative Erinnern Geilenkirchen engagiert sich seit Jahren für eine lebendige
Erinnerungskultur. Mit Aktionen wie dem Lichtergang, Bildungsprojekten und Ausstellungen trägt
sie dazu bei, die Geschichte der Stadt sichtbar zu halten und junge Menschen zum Nachdenken
anzuregen.

Der Lichtergang endete mit einem Moment der Stille auf dem jüdischen Friedhof. Als Ausdruck
dafür, dass das Erinnern in Geilenkirchen kein einmaliges Ritual ist, sondern ein fortdauernder
Auftrag.

Foto / Bericht
Ron Weimann

By CUH