Erkelenz
„Was wäre wenn wir Leben in den Leerstand bringen?“ Das
fragten sich Menschen aus dem Bündnis Alle Dörfer Bleiben im Sommer
2023. Die Antwort liefern sie jetzt: Am 29. und 30. August steigt das
Festival „Kultur an der Kante“ in den Dörfern am Tagebau Garzweiler.
Unter dem Motto „Leben statt Leerstand“ möchten die Veranstalter die vor
dem Bagger geretteten Dörfern feiern und Perspektiven und Potenzial
aufzeigen.
„Hier ist so viel Schönheit und tolle Substanz, aber wir haben den
Eindruck, dass die Prozesse zur Wiederbelebung der Dörfer an den
Menschen vorbeigehen. Wir wünschen uns echte Beteiligung für Menschen,
die dringend Wohnraum suchen oder wieder herziehen möchten, aber kaum
eine Chance dazu bekommen“, kritisiert Alexandra Brüne vom Bündnis Alle
Dörfer bleiben. „Mit dem Festival möchten wir zeigen, dass es hier auch
‚Wiederbelebung von unten‘ gibt. Wir laden alle ein, mit uns zu essen,
zu tanzen und Infos auszutauschen. Bei unserem Erzählcafe am Samstag den
30.8. freuen wir uns auf den Besuch von Jens Hausner aus Pödelwitz im
Mitteldeutschen Revier, einem schon länger geretteten Dorf, in dem
Zukunft bereits aktiv gestaltet wird.“
Am Freitagabend gibt es als Auftakt ein Konzert „Klangprojekt
Landna(h)me“ in der Kapelle Berverath. Der Samstag wartet mit einem
bunten Programm auf zwei Bühnen in Berverath und Wanlo auf. Neben dem
Erzählcafe und mehreren musikalischen Live-Acts, u.a. mit Eight Feet
Fine, ermöglicht die Gruppe „sit n skate“ einen Einblick in den
Parasport. Es bietet sich auch die Möglichkeit, sich selbst einmal in
den Rollstuhl zu setzen und einen kleinen Parcours auszuprobieren.
Am Sonntag lädt die Mahnwache in Manheim am Tagebau Hambach zu einem
„Zeitreise-Spaziergang“ mit anschließender Live-Musik ein, ehe das
Festival mit einer Filmvorführung im Cafe Nr 5 in Berverath seinen
Abschluss findet.
Mehr Infos unter https://kultur-an-der-kante.de/
Quelle
Kultur an der Kante
Alle Dörfer bleiben
Foto:
U. Heldens
