Heinsberg – Gangelt
15. August 2025
In Gangelt bei Aachen regte sich am Freitag Nachmittag unerwarteter Widerstand. Rund 90 Menschen versammelten sich auf der Heinrich-Josef-Otto-Straße, um den sieben Vertretern der AfD gegenüberzutreten – für den kleinen Ort ein deutliches Signal im laufenden Kommunalwahlkampf.
Die Demonstration war spontan: Eine Privatperson hatte sie erst einen Tag zuvor angemeldet und staunte nicht schlecht über die hohe Beteiligung für diesen kleinen Ort. Unter den Teilnehmenden waren Vertreter aller demokratischen Parteien, engagierte Bürger und Mitarbeiter des Alexianer- Zentrums.
Die Botschaften waren bunt und deutlich: Plakate, darunter eines der Satirepartei „Die PARTEI“ mit der Aufschrift „Lebe stets so, dass die AfD etwas dagegen hätte“, machten klar, wofür die Protestierenden eintraten. Kuriose Momente sorgten für kleine Lacher: Ein Lkw stellte sich so zwischen Demonstranten und AfD-Stand, dass beide Seiten sich kaum noch sehen konnten – dafür erntete der Fahrer spontan Applaus. Auch Autofahrer, die vorbeifuhren, zeigten ihre Unterstützung: Hupen und Daumen hoch aus den Fenstern wurden zum spontanen Zeichen der Solidarität mit den Demonstranten.
Beim Abbau des AfD-Standes passierte dann ein kleiner Zwischenfall: Ein Politiker touchierte mit seinem SUV ein hinter ihm geparktes Motorrad eines Parteikollegen. Verletzt wurde niemand.
Die Organisatoren zeigten sich zufrieden über die Beteiligung und betonten, dass es ihnen vor allem darum ging, ein klares Zeichen gegen Hass und Ausgrenzung zu setzen. Der diensthabende Polizeibeamte gratulierte der Initiatorin der Demonstration sogar persönlich: „Herzlich Glückwunsch zu der gelungenen Demonstration.“
Nach der Kundgebung kam es jedoch zu einem ernsteren Vorfall: Vor Ort aufgehängte Plakate wurden von unbekannten Tätern zerstört. Anzeige wurde erstattet, der Staatsschutz ermittelt.
Hinweis: Teile der AfD werden vom deutschen Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft, insbesondere bestimmte Landesverbände und Strömungen innerhalb der Partei.
Fotos / Bericht:
Ron Weimann
