Erkelenz-Lützerath

Im Rheinland haben heute 2.200 Menschen gegen die
Erweiterung des Braunkohle-Tagebaus Garzweiler II und für die Einhaltung
der 1,5 Grad-Grenze des Pariser Klimaabkommens demonstriert. Die
Teilnehmenden stellten sich schützend vor das akut von einer Räumung
bedrohte Dorf Lützerath. Mit einem riesigen gelben Kreuz und der
Botschaft „FOR 1,5 °C – STOP HERE“ forderten sie, die Kohle unter dem
Dorf im Boden zu lassen und den Tagebau auf ein klimaverträgliches Maß
zu begrenzen. Zur Halbzeit der Weltklimakonferenz in Ägypten erinnerten
die Demonstrierenden an Deutschlands Verantwortung beim Klimaschutz. „Wo
Kohleausstieg 2030 draufsteht, muss auch CO2-Einsparung drin sein“, so
das Demo-Bündnis. Gemeinsam zur Demo aufgerufen hatten die
Organisationen Alle Dörfer Bleiben, Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND), Campact, Fridays For Future Deutschland, Greenpeace
Deutschland, Klima-Allianz Deutschland, Lützerath Lebt! und die
Naturschutzjugend NRW.

Die Organisationen kritisieren die Regierungen in Bund und
Nordrhein-Westfalen dafür, dass sie dem Konzern RWE einen
„Freifahrtschein“ für die Förderung von 280 Millionen Tonnen Kohle
allein aus dem Tagebau Garzweiler II erteilt haben. Diese Menge
übersteige bei weitem das Restbudget an Braunkohle, das noch mit dem
Pariser Klimaabkommen vereinbar wäre. Zur Bewältigung der aktuellen
Energiekrise sei im bisherigen Abbaufeld noch für Jahre genug Kohle
vorhanden. Eine Notwendigkeit, das Dorf Lützerath zu zerstören, sei
nicht zu begründen. Das Demo-Bündnis fordert die NRW-Landesregierung
auf, mit RWE ein Räumungs-Moratorium für Lützerath zu vereinbaren. Mit
der aktuellen Politik verabschiede sich das Land nicht nur vom 1,5
Grad-Limit, sondern bedrohe den sozialen Frieden.

Das Bündnis fordert die Bundesregierung auf, einen stetigen
Ausstiegspfad aus der Kohleverstromung durchzusetzen – sowohl im
Rheinland als auch in Ostdeutschland. Dieser müsse durch schnell
wirksame Maßnahmen zum Energiesparen und zum Ausbau der erneuerbaren
Energien flankiert werden. Dafür brauche es jetzt ein
100-Milliarden-Investitionsprogramm. Deutschland müsse bei der
Weltklimakonferenz zudem verbindliche Zusagen zur internationalen
Klimafinanzierung machen – das sei eine Frage der globalen
Gerechtigkeit.

Quelle:
Alle Dörfer bleiben
Foto: Ron Weimann

Pressemeldung der Polizei Aachen:

Demonstration in Lützerath verläuft friedlich

Aachen / Erkelenz / Lützerath (ots) – Am heutigen Tag (12.11.2022) hat eine
Großdemonstration in der Ortslage Lützerath nahe des Braunkohletagebaus
Garzweiler stattgefunden.

Der Demonstrationszug für den Erhalt von Lützerath führte nach einer
Auftaktkundgebung durch den Bereich der Ortschaft und wurde durch eine
Abschlusskundgebung mit Redebeiträgen und Musik beendet. Die Polizei Aachen
setzte zur unmittelbaren Begleitung des Demonstrationszuges ausschließlich
Kommunikationsteams ein.

Am Rande der Demonstration kam es bei Solidaraktionen zu vereinzelten
Straftaten. Eine kleinere Personengruppe drang in den Tagebau ein, um dort ein
Banner abzulegen. Die Personen entfernten sich unerkannt – der Tagebaubetreiber
stellte Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs. An anderer Stelle wurde eine
verbotene PKK-Flagge gezeigt. Es besteht der Verdacht, dass es sich bei den
Tatverdächtigen um Personen aus der ansässigen Protestszene in Lützerath
handelt. Entsprechende Strafverfahren wurden eingeleitet.

Quelle: Polizei Aachen
Foto: Ron Weimann

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