DEHOGA NR begrüßt beim Impulstag „Energie & Digital“ Vorschläge der ExpertInnen-Kommission zur Begrenzung der Energiekosten und fordert schnelle Konkretisierung und Umsetzung

Preisanpassungen und Energieeinsparungen werden nicht reichen

70 Prozent existenzbedroht

Wertvolle Praxistipps, Energie zu sparen und Digitalisierung voranzutreiben

Anlässlich des ersten Impulstages „Energie & Digital“, den der DEHOGA Nordrhein am heutigen Mittwoch für Gastronomen, Hoteliers und andere Unternehmende aus dem Gastgewerbe ausrichtete, unterstrich Patrick Rothkopf, Präsident des DEHOGA Nordrhein, in seiner Eingangsrede die zwingende Notwendigkeit schnellen politischen Handelns, um die Energiekosten wieder in den Griff zu bekommen. „Die Vorschläge der ExpertIn- nen-Kommission „Gas und Wärme“ gehen in die richtige Richtung, auch wenn Details noch zu klären sind. Dem „Doppelwumms“ muss jetzt ein schneller „Umsetzungswumms“ durch die Regierung folgen.“ Der Hotel- und Gaststättenverband sieht einen Dreiklang aus Preisanpassungen, Energieeinsparungen sowie staatlichen Maßnahmen, um den erhöhten Preisen zu trotzen. „Nach drei Jahren Coronabedingten Umsatzverlusten und aufgebrauchten Rücklagen werden wir Preise anpassen müssen sowie unsere Einsparpotenziale ausschöpfen. Aber das wird nicht reichen. Ohne den aufgespannten staatlichen Rettungsschirm, der zeitnah, unbürokratisch und effektiv ans Laufen kommt, wird es für viele Betriebe exis- tenzbedrohend.“ Wie bedrohlich die Branche die „Energieentwicklung“ mittlerweile ansieht, zeigt sich in den Ergebnissen einer deutschlandweit durchgeführten Umfrage des DEHOGA, an der sich Anfang Oktober auch über 350 Gastronomen und Hoteliers aus NRW beteiligten. Danach fühlen sich 70 Prozent der Befragten aufgrund der hohen Energiekosten in ihrer Existenz bedroht. Einen Monat vorher lag die Quote noch bei etwas über 40 Prozent. Als größte momentanen Herausforderungen sieht die Branche neben den steigenden Energiekosten (90,7%), die ebenfalls steigenden Lebensmittelpreise (80,1%) sowie die Umsatzrückgänge durch Konsumzu- rückhaltung (76,4%). „Schnelle Klarheit über die staatlichen Unterstützungen würde nicht nur für uns Planungsklarheit bedeuten, sondern auch für unsere Gäste, die selbst betroffen und verunsichert sind“, so Rothkopf.

Wegen der dramatischen Situation aufgrund explodierender Energiekosten, die Dr. Sebastian Bolay vom DIHK in seinem Vortrag noch einmal ein- dringlich vorstellte und dem zweiten Meta-Thema Digitalisierung hatte der DEHOGA Nordrhein zum Impulstag „Energie & Digital“ eingeladen. Insgesamt nahmen rund 100 Gastronomen und Hoteliers aus dem nördlichen Rheinland an der Veranstaltung in Bonn beziehungsweise online teil.
Neben den politischen Forderungen bot der Impulstag Gelegenheit, sich bei Podiumsdiskussionen und untereinander auszutauschen und kreative unternehmerische Lösungen sowie digitale Innovationen aus der Zulieferindustrie zu sammeln. In seiner Keynote zum Schnittmengenthema Nach- haltigkeit und Digitalisierung verwies Prof. Dr. Gabriel Laeis von der Internationalen Hochschule unter dem Titel „Energiekrise? Systemkrise!…und was man daraus machen kann“ auf die Chancen, die die jetzige Situation trotz allem mit sich bringt. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit praktischen Energiespartipps und Informationen zu den zahlreichen Fördermöglichkeiten.
Ein Fokus lag auch auf den DEHOGA-Initiativen „Energiekampagne Gastgewerbe“ und dem vom Land unterstützten Projekt „DEHOGA Digital Coach“, bei dem die Digital-Coaches Gastronomie und Hotellerie in NRW bei allen Fragen rund um die digitale Transformation, die auch Nachhaltigkeitsprobleme lösen kann, unterstützen.
„Wir wollten mit unseren Initiativen und Partnern unseren Mitgliedern einerseits praktische Hilfestellungen geben, damit jeder für sich und wir alle ge- meinsam bestmöglich durch diese mehr als kritische Situation hindurchkommen. Andererseits wollten wir zeigen, dass Teillösungen für die Ener- giekrise auch in der Digitalisierung bestehen. Aber unabhängig davon: Sich digital aufzustellen bedeutet, sich zukunftsfest zu machen“, so Rothkopf ab- schließend.

 

Quelle: DEHOGA NR

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