Unter anderem profitiert davon die Schuldner- und Insolvenzberatung mit Sitz in Hückelhoven.
Heinsberg. Vergangenes Jahr war es die Pandemie, jetzt sind es die Energiekosten. Die Menschen im Kreis Heinsberg kämpfen mit den Auswirkungen der internationalen Krisen, das spüren die Wohlfahrtsverbände der Region. Ihre Vertreter waren jetzt ins Kreishaus eingeladen, um die jährlichen Großspenden der Kreissparkasse Heinsberg entgegen zu nehmen.

Insgesamt 642.926 Euro gehen an den Caritasverband der Region Heinsberg e.V., den Arbeiterwohlfahrtverband Heinsberg e.V., das Diakonische Werk des Kirchen- kreises Jülich, das Deutsche Rote Kreuz Kreisverband Heinsberg e.V., den Arbeiter- Samariter-Bund Regionalverband Erft/Düren, den Deutschen Paritätischen Wohl- fahrtsverband Kreisgruppe Heinsberg sowie die Schuldner- und Insolvenzberatung des Kreises Heinsberg.

Aktuell sorgen sich die Vertreter der Verbände um die Menschen, um die sie sich kümmern. Insbesondere die Schuldnerberatung des Diakonischen Werks im Kir- chenkreis Jülich mit Sitz in Hückelhoven befürchtet, dass da etwas auf sie und uns zukommt. „Die steigenden Energiepreise stellen unsere Klientel vor große Herausforderungen – es geht schlicht um das Thema, wie der Kühlschrank jede Woche ge- füllt werden kann“, berichtet Schuldnerberaterin Tonja Schreck. Es bereiten ihr aber nicht nur die Menschen Sorgen, die sie bereits betreut. Sie befürchtet, dass künftig mehr Menschen von ihrem Angebot Gebrauch machen werden. „Die Wahrscheinlich- keit ist groß, dass Personenkreise in die Verschuldung rutschen könnten, die bisher gar nicht betroffen waren.“
Wenn das Gehalt trotz einer 40-Stunden-Woche nicht für den Lebensunterhalt ausreicht, wird es schwierig, überhaupt noch am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, berichtet Pfarrer Jens Sannig. Der Superintendent des Kirchenkreises Jülich
1. September 2022 gibt zu bedenken: „Wo werden die Leute sparen? Ausessengehen, Einkaufen, Urlaub – das wiederum werden ganze Branchen zu spüren bekommen.“

Umso wichtiger ist es, das Engagement der oft ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wohlfahrtsverbände zu unterstützen. „In den vergangenen Jahren hat die Arbeit der Wohlfahrtsverbände kontinuierlich an Bedeutung gewonnen“, sagt Thomas Giessing, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Heinsberg. „Sie bieten den Menschen mit ihrer Arbeit soziale Teilhabe, individuelle Lösungen und sind einfach da, wenn die Menschen Hilfe brauchen – sie sind schlicht unverzichtbar für die Menschen im Kreis Heinsberg“, führt Thomas Giessing fort. Und auch Landrat Stephan Pusch, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Kreissparkasse Heinsberg, betont die Bedeutung der Wohlfahrtsverbände: „Sie sind eine wichtige Säule der Ge- sellschaft. Mit dieser Großspende wird die Kreissparkasse Heinsberg ihrer Verantwortung für das Gemeinwohl gerecht.“ Neben der Schuldnerberatung, die mit einem Betrag von 42.926 Euro aus einem Umlagefonds der rheinischen Sparkassen unter- stützt wird, sind auch andere Angebote der Wohlfahrtsverbände wie Erziehungs- und Suchtberatung oder die ambulanten Dienste wichtig für das soziale Gefüge im Kreis Heinsberg.
Tonja Schreck spricht betroffenen Menschen Mut zu: „Kommen Sie zu uns, wenn das Geld nicht mehr bis zum Ende des Monats reicht. Zwar können wir die Schulden nicht wegzaubern, aber wir helfen, eine realistische Lösung zu finden.“

Infobox:
Kontakt der Schuldnerberatung des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Jülich Haagstraße 10
41836 Hückelhoven
Tel.: 02433 9056-0 schuldnerberatung.hueckelhoven@diakonie-juelich.de
Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 8.30-12.30 Uhr, Mi. 14.00-18.00 Uhr Gesprächstermine nach Vereinbarung

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