Wegberg

Die Freiwillige Feuerwehr Wegberg wurde am gestrigen Donnerstag um 14:20 Uhr zu einem „Feuer 1 Flächenbrand“ auf die Friedrich-List-Allee in Wildenrath zur Firma Siemens alarmiert. Auf dem Firmengelände angekommen, wurde das erst eintreffende Fahrzeug darüber unterrichtet, dass der Flächenbrand sich im rückwärtigen Bereich der Firma befindet und ein Zugang nicht über das Firmengelände, sondern nur über das Unterwerk zu erreichen ist.

Die betroffene Fläche gehört selbst nicht zum Firmengelände. Von Mitarbeitern der Firma Siemens angeführt, wurden nun alle anrückenden Fahrzeuge über den Anfahrtsweg informiert. Vielen Dank an die Firma Siemens an dieser Stelle für die schnelle Einweisung, aber vor allem auch für die Einweiser, die sich an allen wichtigen Stellen postiert hatten und so nachrückenden Fahrzeugen die Anfahrt erheblich erleichtert hatten!

An der Einsatzstelle angekommen wurde schnell klar, dass dies eine größere Lage wird. Schon im Fahrzeug konnte man eine auf mehreren hundert Metern brennende Grasfläche erkennen, die sich durch das trockene Wetter und immer wieder auffrischende Windböen unkontrollierbar ausbreitete. Die ersten Wegberger Einheiten wurden nachalarmiert.
Um die Lage und vor allem das Ausmaß des Feuers besser erkunden zu können, wurde eine Drohne zur Einsatzstelle alarmiert. An vielen verschiedenen Stellen hatten die Einsatzkräfte begonnen, den Feuersaum mittels Löschrucksäcken und D-Schläuchen abzulöschen, doch immer wieder auffrischende Winde machten die Lage gefährlich und dynamisch. Das Feuer lief auf eine größere Waldfläche zu, die es zu schützen galt.

Da auch die Wasserversorgung ein Problem war, wurden nun mehrere Tanklöschfahrzeuge aus dem Kreisgebiet nachalarmiert. Um diese wieder auftanken zu können, wurde eine sogenannte „Wasserförderung lange Wegstrecke“ aufgebaut. Dies bedeutet, dass das Wasser über viele B-Schläuche aus einem Hydranten, der auf dem Firmengelände der Firma Siemens stand, bis zur Einsatzstelle gepumpt wurde. Dort holten sich die Fahrzeuge im Pendelverkehr immer wieder neues Wasser ab, um den Flächenbrand zu bekämpfen.
Die Landespolizei NRW unterstützte die Einsatzkräfte mit dem Hubschrauber „Hummel“ und einem sogenannten Bambi Bucket. Damit wurden 600l Wasser aufgetankt. Viele Male flog der Hubschrauber über die Ränder des Feuers, um diese zu löschen. Auch ein mit Wasser befülltes Güllefass wurde angefordert.

Als das Feuer dank der vielen Maßnahmen unter Kontrolle und gelöscht war, begannen die umfangreichen Nachlösch- und Wässerungsarbeiten. Hierfür unterstützte ein Landwirt die Einsatzkräfte, indem er den verbrannten Boden aufgrubberte. Diese Flächen wurden gewässert. Neben diversen C-Schläuchen kamen hierfür auch die Kreisregner zum Einsatz.
Nach und nach konnten alle Löschgruppen am Abend entlassen werden. Die Löschgruppe Wildenrath fuhr am späten Abend nochmal zur Einsatzstelle, um diese auf Glutnester zu kontrollieren. Nach exakt sieben Stunden war der Einsatz dann auch für diese Löschgruppe beendet.

Insgesamt sind gestern 16 Hektar Wiesenfläche verbrannt. Im Einsatz waren alle Einheiten der Stadt Wegberg, entweder an der Einsatzstelle in Wildenrath, oder auf der Wache in Wegberg, um den Grundschutz sicher zu stellen. Alle TLF 4000 (Tanklöschfahrzeuge mit 4000l Wasser) aus dem gesamten Kreisgebiet waren im Einsatz, die Feuerwehr Wassenberg mit zwei Löschfahrzeugen, der IuK-Einheit und dem Leiter der Feuerwehr, außerdem vor Ort der Kreisbrandmeister, die Wegberger Wehrführung, der Wegberger Einsatzführungsdienst, sowie die Wegberger Technische Einsatzleitung, die Kreispolizeibehörde Heinsberg, die Hummel-3 aus Düsseldorf, der Rettungsdienst des Kreises Heinsberg, ein Landwirt mit 18.000 Liter Fass, sowie ein Landwirt zum Aufgrubbern der Fläche.

Ein besonderer Dank geht noch an viele Mitarbeiter der Firma Siemens, die die Einsatzkräfte im frühen Einsatzverlauf mit Feuerpatschen und Wasserlöschern unterstützten und so einen großen Teil dazu beigetragen haben, dass sich das Feuer nicht auf den Wald ausgebreitet hat!

Es waren insgesamt über 100 Einsatzkräfte im Einsatz, der sich von einem „Feuer 1“ zu einem „Wald 3“, der zweithöchsten Alarmierungsstufe, entwickelt hatte.

Foto / Bericht:
Feuerwehr Wegberg

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