Lützerath, 27.07.2022

Heute morgen begann der RWE mit Bauarbeiten, um rund um das Dorf Lützerath am Tagebau Garzweiler II einen Wall aufzuschütten. Momentan sind die beiden Bagger jedoch gestoppt, weil Aktivist*innen auf sie geklettert sind. Einer der Baumaschinen wird außerdem von einer Sitzblockade aufgehalten. Der Kohlekonzern umfriedet üblicherweise Gebiete, die er demnächst abbaggern möchte.

Bauarbeiten und Proteste spielen sich auf Seite von Lützerath ab, die Holzweiler zugewandt ist. Die Zufahrten zu dem Dorf sind frei, Presse ist vor Ort erwünscht.

„Wenn wir nicht immer wieder den Abriss dieses Dorfs blockieren würden, würde Deutschland das Pariser Klimaabkommen brechen. Wenn sich nicht Menschen in Uganda, Mexiko und Kolumbien immer wieder der Ausbreitung des Kapitalismus in den Weg gestellt hätten, dann wäre der Planet schon unbewohnbar. Lasst uns diese zerstörerische Wirtschaftsweise endlich ändern, bevor sich niemand mehr Lebensmittel und sauberes Wasser leisten kann!“, so Julia Riedel von der Initiative Lützerath Lebt!

„Wir wissen dank energiewirtschaftlicher Berechnungen: Lützerath kann stehen bleiben, ohne dass die Versorgung mit Strom zu gefährdet wird – trotz  Energiekrise. Und Lützerath muss stehen bleiben, wenn wir die Klimakrise aufhalten wollen. Doch RWE buddelt stur diesen Wall um Lützerath, als gäbe es keine Dürren, keine Waldbrände, keine Flutkatastrophen. Damit schafft der Kohlekonzern Fakten, noch bevor die Gespräche mit der Landesregierung zum weiteren Tagebauverlauf begonnen haben. Das werden wir nicht zulassen!“ kommentiert Alexandra Brüne von Alle Dörfer bleiben.

Laut Koalitionsvertrag der schwarz-grünen Koalition in NRW soll die weitere Tagebauführung in Garzweiler so gestaltet werden, dass die Flächeninanspruchnahme „auf ein Minimum“ begrenzt wird. Um ein Einvernehmen über den weiteren Tagebauverlauf herzustellen, sollen Gespräche zwischen Landesregierung und RWE Power AG stattfinden; außerdem soll ein Gutachtens zur Massenbilanzierung erstellt werden.

Quelle:

Alle Dörfer bleiben
Lützerath Lebt!:

By CUH