Herzogenrath

Nach den bisherigen Erkenntnissen sprang der 31 Jahre alte Beschuldigte am Morgen des 13.05.2022 gegen 07:38 Uhr in Herzogenrath als Passagier des Nahverkehrszuges Regionalexpress 4 von Düsseldorf nach Aachen kurz nach der Weiterfahrt von seinem Sitzplatz auf und versuchte durch Betätigung des Türöffners den Zug wieder zu verlassen.
Nachdem ihm dies nicht möglich war, schlug er unvermittelt einen der 23 Mitreisenden mit der Faust ins Gesicht. Anschließend zog der Beschuldigte ein Küchenmesser und stach mit diesem zunächst ziellos um sich und im weiteren Verlauf mehrfach mit dem Messer gegen den Kopfbereich verschiedener Zeugen.

Dabei ist nach jetzigem Erkenntnisstand mit großer Wahrscheinlichkeit ein psychotisches Erleben des Beschuldigten als Ursache anzunehmen.
Einem aus Nigeria stammenden Zeugen, der selbst durch den Beschuldigten verletzt wurde, gelang es, den Angreifer zu Boden zu bringen und zu entwaffnen. Diesem kamen weitere Passagiere – unter anderem ein auf seinem Dienstweg befindlicher Beamter der Bundespolizei – zu Hilfe und fixierten den sich zunächst noch wehrenden Beschuldigten bis zum Eintreffen der herbeigerufenen Polizeibeamten.

Die Zeugen haben keine lebensgefährlichen Verletzungen erlitten.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht Aachen am 14.05.2022 die vorläufige Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus unter anderem wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und des versuchten Heimtückemordes in drei tateinheitlichen Fällen angeordnet.

Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund, eine entsprechende Tatmotivation oder eine religiöse Radikalisierung des Beschuldigten haben sich nicht ergeben.

Quelle
Staatsanwaltschaft Aachen

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