Kreis Heinsberg, 12.08.2021

Der Sommer in Nordrhein-Westfalen ist in diesem Jahr vor allem von Regen und küh- len Tagen geprägt. Wenn jetzt die Temperaturen kurzfristig jedoch steigen, sind Pfüt- zen und stehende Gewässer ideale Brutstätten für Mücken. Ob Mückenplage oder Sommerhitze, die Apotheken im Kreis Heinsberg beraten aktiv, welche Schutzmaß- nahmen sinnvoll sind und welche Mittel im Ernstfall wirklich helfen.
Was schützt vor Mückenstichen?

Zahlreiche Hausmittel sollen mehr oder weniger erfolgreich vor Mückenstichen schüt- zen. Insbesondere Düfte aus Zitronen, Gewürznelken, Katzenminze, Lavendel oder auch Pfefferminze sollen die Mücken von der Haut fernhalten. In der Regel zeigen sich jedoch hochwertige Mückenschutzpräparate, Moskitonetze oder langärmlige Kleidung wirksamer als die bekannten Hausmittel.

Zubereitungen, die auf die Haut aufgetragen werden, um Insektenstiche zu verhin- dern, werden Repellents genannt. Diese gibt es in Form von Sprays, Lotionen, Roll-Ons oder Gels. „Sprays reagieren häufig empfindlich auf hohe Temperaturen oder Druck- schwankungen. Dies ist insbesondere bei Flugreisen und bei Urlauben in heißen Län- dern zu beachten“, erklärt Apotheker Jörg Haßiepen, Pressesprecher der Apotheker im Kreis Heinsberg.

Eine wichtige Voraussetzung für eine optimale Wirkung der Repellents ist das lücken- lose Auftragen auf die gesamte unbedeckte Haut. Aber Achtung: Augen, Nase und Mund sind unbedingt auszusparen. Der Mückenschutz darf auch nicht auf offene Wun- den oder auf Hautbereiche mit Sonnenbrand aufgetragen werden. Und nach einem ausgiebigen Sonnenbad oder einer Abkühlung im Wasser darf das erneute Auftragen nicht vergessen werden.

Bei Kindern besonders achtsam sein!
Mückenschutzpräparate mit dem Wirkstoff DEET können für Kinder unter drei Jahren, stillende Mütter und Schwangere problematisch sein, da er allergische Reaktionen aus- lösen und die Augen und Schleimhäute reizen kann. In diesen Fällen sollte auf Präpa- rate mit anderen Wirkstoffen ausgewichen werden. „Eine individuelle und fachkun- dige Beratung ist zu empfehlen“, erklärt Apotheker Jörg Haßiepen.

Was ist nach einem Mückenstich zu tun?
Wenn die kleinen Blutsauger trotz Schutzmaßnahmen zugestochen haben, dauert es meist nicht lange und das Jucken beginnt. Dann sollte der Stich zunächst gekühlt wer- den. Die Kälte lindert den Juckreiz. Am besten eignen sich dazu ein Kühl-Pack oder Eis- würfel. Salben mit Antihistaminika hemmen das körpereigene Histamin. Dieser Stoff ist für den Juckreiz und die Schwellung verantwortlich. Am allerwichtigsten ist jedoch: Nicht kratzen! „Sollte der Stich sich durch Kratzen zusätzlich entzünden, helfen desin- fizierende Salben“, rät Apotheker Jörg Haßiepen.
Wie kommt man gesund durch die heißen Tage?
Zwei bis drei Liter Wasser verliert der Körper an sehr heißen Tagen. Flüssigkeitsmangel kann zu Kreislauf- und Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und sogar Herzrhyth- musstörungen führen. Bei Hitze lautet daher die wichtigste Devise: Viel lauwarmes Wasser trinken. Kalte Durstlöscher erfrischen zwar im ersten Moment, regen aber die Wärmeproduktion im Körper an. Auch alkoholische Getränke sind nicht geeignet. Sie weiten die Gefäße und schwächen den Kreislauf.

Durch die Hitze kann das Blut in den Gefäßen versacken. Die Beine schmerzen und schwellen an, besonders Knöchel und Waden sind betroffen. Wer seine Venen entlas- ten will, sollte die Beine hochlagern. Auch geeignete Stützstrümpfe können helfen.
Auf den richtigen Sonnenschutz achten!
Für alle, die trotz Hitze und Sonne nach draußen wollen oder müssen, gilt: An wirksa- men Sonnenschutz mit dem richtigen Lichtschutzfaktor denken.
„Welcher Lichtschutzfaktor benötigt wird, ist von dem Hauttyp, der Eigenschutzzeit der Haut sowie der Länge des Sonnenbades und der Intensität der Sonne abhängig“, erläutert Jörg Haßiepen. Die fachkundige Bestimmung des jeweiligen Hauttyps und eine gezielte Beratung sind wichtig für die Wahl des richtigen Lichtschutzfaktors.
Auch Medikamente brauchen Hitzeschutz!
Die meisten Arzneimittel sollten zwischen 15 und 25 Grad gelagert werden. Aber einige Arzneimittel gehören in den Kühlschrank, zum Beispiel Insuline. Hitze kann Arzneimit- tel beschädigen, ohne dass das äußerlich erkennbar ist. Werden beispielsweise Asth- masprays zu warm, können sich Dosiergenauigkeit und Wirksamkeit verändern. Apotheker Jörg Haßiepen: „Es gibt außerdem kühlkettenpflichtige Arzneimittel, die auch während des Transports von der Apotheke zum Patienten eine kontinuierliche Kühlung brauchen. Diese eignen sich nicht für einen Versand per Post oder Paketzu- stellung.“ Aus Sicherheitsgründen ist es daher empfehlenswert, auch kühlpflichtige Arzneimittel aus einer Apotheke vor Ort zu beziehen.

Bildunterschrift:
Hat eine Mücke zugestochen, hilft die richtige Salbe gegen Juckreiz und Schwellung.
Quelle:
ABDA

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