Gelsenkirchen (straßen.nrw)

Die Sonne lockt die Menschen ins Freie und zahlreiche Biker auf die Straße – denn Sommerzeit ist für viele Menschen Motorradzeit. Um schwere Biker-Unfälle zu vermeiden, setzt Straßen.NRW seit Jahren auf zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen an viel befahrenen Strecken: Rüttelstreifen, Unterfahrschutz, Anpralldämpfer und flexible Kunststoffpoller. Zusätzlich soll ab dieser Saison ein eigenes Straßen.NRW-Motorrad helfen, potenzielle Gefahrenstellen noch zuverlässiger identifizieren zu können.

„Auf dem Motorrad hat man einfach ein ganz anderes Straßen- und Fahrgefühl als im Auto, da man sich ja zum Beispiel richtig in die Kurve legen muss. Auch der Blick auf Schlaglöcher und Risse ist vom Motorrad aus ganz anders“, erläutert Bettina Georgi. Die Mitarbeiterin der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Niederrhein gehört zu den ersten sechs Testpilotinnen und -piloten, die das Straßen.NRW-Motorrad derzeit im Arbeitsalltag einsetzen. Und das mit Erfolg, denn mehrere potenzielle Gefahrenstellen konnten auf diesem neuen Weg bereits ausgemacht werden. Eine hat Bettina Georgi zum Beispiel dank des neuen Gefährts auf der L480 bei Wesel-Diersfordt entdeckt: einen Längsriss in der Fahrbahn. „Dieser Riss ist mir zuvor – vom Auto aus – in der Form nie aufgefallen“, sagt Bettina Georgi. Doch nun, nach der Inspektionsfahrt, ist die Schadstelle bekannt, die Reparatur wurde kurzfristig durchgeführt.

Über den zweirädrigen Zuwachs im Straßen.NRW-Fuhrpark freut sich deshalb auch Straßen.NRW-Direktor Dr. Sascha Kaiser: „Noch sind wir in der Test- und Erprobungsphase, aber das Beispiel an der L480 bei Diersfordt zeigt, wie hilfreich das Motorrad ist. Wir wollen damit künftig auch an Veranstaltungen, etwa Fahrsicherheitstrainings, teilnehmen und Motorradtreffs besuchen, um dort mit den Motorradfahrerinnen und -fahrern ins Gespräch zu kommen.“
Dennoch appelliert der Straßen.NRW-Direktor, der selbst seit über 30 Jahren bei Wind und Wetter auf dem Motorrad unterwegs ist, vor allem an die Vernunft der Motorradfahrerinnen und -fahrer: „Wir können nur einen Teil zur Sicherheit beitragen, wirklich entscheidend ist, dass man vorsichtig und umsichtig unterwegs ist und passende Schutzkleidung trägt.“

Motorradsicherheit – das macht Straßen.NRW

– Rüttelstreifen: Als effektives Mittel zur Verbesserung der Verkehrs- und Unfallsituation haben sich die so genannten Rüttelstreifen auf einzelnen Streckenabschnitten bewährt. Diese etwa 50 Zentimeter breiten und in der Mitte 1,5 Zentimeter hohen Erhebungen quer zur Fahrbahn sollen die Aufmerksamkeit erhöhen und zum Beispiel Raser vor Gefahrenstellen dazu bringen, vom Gas zu gehen.

– Unterfahrschutz: Bewährt haben sich ebenso Schutzplanken, die mit einem Unterfahrschutz ausgerüstet sind. Diese mindern die Verletzungen der Fahrer bei einem Anprall; ein „Durchrutschen“ oder ein Verkeilen wird verhindert. Viele Streckenabschnitte sind auf diese Weise mittlerweile sicherer geworden, vor allem auf Zweiradstrecken in topographisch interessanten Gebieten, zum Beispiel in der Eifel sowie im Sauer- und Siegerland.

– Anpralldämpfer: Diese speziellen Elemente wurden in der Vergangenheit in unfallträchtigen Kurven an Schutzplankenpfosten angebracht um beim Motorradfahreranprall die Verletzungsfolgen zu minimieren. Aktuell geht man jedoch dazu über – wo immer möglich – Schutzplanken mit einem Unterfahrschutz auszurüsten bzw. auch umzurüsten.

– Flexible Kunststoffpoller: Die flexiblen Poller können im Einzelfall die roten Pfeile auf weißem Grund, die so genannten Richtungstafeln, ersetzen. Trägt es den Motorradfahrer, etwa aufgrund zu hoher Geschwindigkeit, aus der Kurve, stellen die starren, quadratischen Schilder aus Metall mit den Aufstellpfosten eine zusätzliche Verletzungsgefahr dar – für den Biker und für den nachfolgenden Verkehr.

– Flexible Fahrbahnteiler: Die Fahrstreifen im Kurvenbereich werden durch Fahrbahnteiler getrennt. Diese mobilen und flexiblen Elemente machen die Strecke unattraktiv für Raser, die die Kurve mit zu hoher Geschwindigkeit und extremer Schräglage nehmen wollen.

Motorrad-Hotline

Um potenzielle Gefahren noch besser identifizieren zu können, hat Straßen.NRW eine Hotline eingerichtet. Wer glaubt, eine gefährliche Stelle identifiziert zu haben, kann eine Mail schreiben an: kontakt@strassen.nrw.de

Quelle:
Straßen NRW

By CUH