Neuss/ Grevenbroich/ Aachen (ots)

Gestern Morgen (28.04.2021) erhielt zunächst
die örtlich zuständige Polizei Rhein- Kreis- Neuss Kenntnis darüber, dass fünf
Personen im Bereich Grevenbroich in den Tagebau Garzweiler eingedrungen sind.
Vier von ihnen hatten zwei Förderbänder besetzt. Jeweils zwei waren mit
sogenannten „Lock- on“- Vorrichtungen an ihren Armen miteinander fixiert. Sie
wurden mit Hilfe eines Radladers sicher zu Boden gebracht. Eine weitere Person
hatte sich von einer Brücke abgeseilt. Weil eine Person aus einem „Lock- on“
eine Verletzung aufwies, wurde diese noch vor Ort medizinisch versorgt.

Im Zusammenhang mit den Protesten im Rheinischen Braunkohlerevier erhielt das
Polizeipräsidium Aachen für die weitere Einsatzführung die Zuständigkeit. Die
Polizei Aachen alarmierte weitere Unterstützungskräfte.

Im Verlauf des Einsatzes gab die einzelne Person, nach Ansprache der Beamten,
freiwillig die Besetzung der Brücke auf.

Die restlichen vier Personen wurden zu einer nahegelegenen Polizeiwache
gebracht, wo die „Lock- on“- Vorrichtungen mit technischen Gerätschaften einer
Sondereinheit der Polizei gelöst werden konnten.

RWE stellte gegen alle Personen Strafantrag wegen Hausfriedensbruch. Gegen einen
Tatverdächtigen wird wegen Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte
ermittelt.

Da die fünf Tatverdächtigen (3x männlich, 2x weiblich) vor Ort keine Angaben zu
ihrer Identität machten, keine Ausweispapiere mit sich führten und ihre
Fingerkuppen verklebt waren, beantragte die Polizei längerfristige
Ingewahrsamnahmen, nach dem Polizeigesetz NRW. Das zuständige Gericht bestätigte
die Anträge für alle.

Zwischenzeitlich wurde in den sozialen Medien ein Video verbreitet und Vorwürfe
zu gewalttätigen Handlungen von Polizeibeamten erhoben. Auch diesbezüglich hat
die Ermittlungskommission Hambach strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen.

Polizei Aachen