Mönchengladbach: Fünf Wochen altes Kind mit lebensgefährlichen Verletzungen im Krankenhaus – 23-jähriger Vater in Untersuchungshaft

Gemeinsame Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei Mönchengladbach

Mönchengladbach (ots)

Am Montag, 4. Januar, erhielt die Polizei
Mönchengladbach gegen 15.50 Uhr Kenntnis über ein schwerverletztes fünfwöchiges
Kind in einem örtlichen Krankenhaus. Polizei und Staatsanwaltschaft
Mönchengladbach nahmen die Ermittlungen in Form einer Mordkommission auf. Heute
führten die Ermittler den 23-jährigen Vater einem Haftrichter vor, der
Untersuchungshaft anordnete.

Das Jugendamt teilte der Polizei am Montagnachmittag mit, dass eine 20-jährige
Mutter am Vortag mit ihrem fünf Wochen alten Jungen in einem Krankenhaus
vorstellig geworden war: Das Kind hatte keine äußerlich sichtbaren Verletzungen,
hatte aber mehrere Frakturen und innere Verletzungen. Es besteht akute
Lebensgefahr. Hinweise auf sexuelle Misshandlungen gibt es nicht.

Das Jugendamt hatte den Säugling zu diesem Zeitpunkt, ebenso wie die 17 Monate
alte Schwester, bereits in seine Obhut genommen. Aufgrund der ersten
Feststellungen im Krankenhaus nahmen Polizei und Staatsanwaltschaft die
Ermittlungen in Form einer Kommission auf und banden die Rechtsmedizin ein.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass die genannten
Verletzungen des fünf Wochen alten Kindes Folgen schwerer, stumpfer Gewalt sind.
Weiterhin liegen Anzeichen für ein Schütteltrauma vor. Die Fakten sprechen
dafür, dass dem Kind die Verletzungen über einen längeren Zeitraum zugefügt
wurden. Ebenfalls am Montag wurde das 17 Monate alte Mädchen ärztlich
untersucht, das zusammen mit den Eltern und dem Säugling in einem Haushalt
lebte. Das Mädchen hatte mehrere Hämatome, die Entwicklung ist nicht
altersgerecht.

Die Ermittler untersuchten die Wohnung akribisch als möglichen Tatort. Es
ergaben sich keine objektiven Hinweise auf ein Tatgeschehen. Ebenso vernahmen
sie noch am selben Tag die Eltern. Beide ließen sich ein, machten aber keinerlei
Angaben zu etwaigen Tathandlungen.

Intensive Ermittlungen erhärteten dann final am Mittwoch, 6. Januar, einen
dringenden Tatverdacht gegen den 23-jährigen Vater. Die Ermittler nahmen ihn am
späten Abend fest und führten ihn heute wegen schwerer Misshandlung von
Schutzbefohlenen und gefährlicher Körperverletzung einem Haftrichter vor. Dieser
ordnete gemäß staatsanwaltschaftlichem Antrag Untersuchungshaft an. Der
23-Jährige wurde in eine Justizvollzugsanstalt überführt.

Der Säugling befindet sich nach wie vor in Lebensgefahr und wird weiterhin
entsprechend intensivmedizinisch behandelt.

Die Ermittlungen dauern derzeit noch in umfangreichem Maße an. Bei der Mutter
beziehen sie sich derzeit auf schwere Misshandlung von Schutzbefohlenen sowie
gefährliche Körperverletzung, jeweils durch Unterlassen.

Aus diesen Gründen können Polizei und Staatsanwaltschaft Mönchengladbach zum
jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Angaben zu dem Sachverhalt machen.

Polizei Mönchengladbach