Ende Gelände: Aktion am Tagebau Garzweiler +++ Bündnis setzt Zeichen für die vom Kohleabbau bedrohten Dörfer +++

 

 

Lützerath/NRW, 25.07.2020. Ungefähr 100 Aktivist*Innen des
Klimagerechtigkeits-Bündnisses Ende Gelände protestieren seit 08:00 Uhr
an der vom Abriss bedrohten Landstraße L277. Zusätzlich zu diesen
Protesten auf der Landstraße, gelang es einer Gruppe von Fridays for
Future, einen Kohlebagger im Tagebau Garzweiler zu stoppen. Dafür
besetzten sie den Grubenrand. Zur Stunde werden die Teilnehmenden der
Aktion zur nächstgelegenen Gefangenensammelstelle der Polizei gebracht.
Ende Gelände NRW protestiert damit gegen die Pläne der Regierung und des
Kohlekonzerns RWE, den Tagebau bis zum Jahr 2038 fortzuführen und dafür
sechs weitere Dörfer zu zerstören. Die Aktion ist ein Teil von
Demonstrationen und Blockaden, die bereits eine Woche andauern.

„Der Kohleabbau ist eine untote Industrie ohne Zukunft. Es ist ein
Skandal, dass für die Profitinteressen von RWE immer noch Dörfer
zerstört werden. Das werden wir nicht weiter zulassen.“, so Daniel
Hofinger, Sprecher von Ende Gelände NRW.

“Inmitten der Klimakrise weiter Braunkohle zu verfeuern, ist absoluter
Wahnsinn,“ ergänzt Sofie Botterbusch von Ende Gelände NRW, die an der
Aktion teilnahm. „Dagegen leisten wir heute zivilen Ungehorsam. Wenn die
Regierung sich auf die Seite der Kohle-Lobby stellt, sorgen wir in den
Revieren selbst für Klimaschutz.“

Bereits seit Sonntag gibt es am Tagebau Garzweiler täglich gemeinsame
Proteste von Anwohnenden und Gruppen der Klimagerechtigkeitsbewegung.
Dabei kam es mehrfach zu Blockaden der Abrissarbeiten an der L277. RWE
hatte am Montag damit begonnen die L277 abzubaggern, kurz nach
Verabschiedung des Kohlegesetzes der Bundesregierung. Die Straße galt
vielen Anwohnenden als Schutzlinie, die die Dörfer vom Tagebau
abgegrenzt hat.

Zade Abdullah von Ende Gelände NRW kündigt weitere Proteste an: „Auch in
den nächsten Wochen wird die Klimabewegung solidarisch an der Seite der
Menschen vor Ort stehen, um für den Erhalt der Dörfer und den sofortigen
Kohlausstieg zu kämpfen. Gemeinsam haben wir den Hambacher Forst
verteidigt, so werden wir jetzt auch die Dörfer schützen.“

Einige Bilder vom Tag gibt es hier: Bitte Klicken

Quelle: Ende Gelände
Video / Fotos: Uwe Heldens / westreporter