Apotheken im Kreis Heinsberg sichern Arzneimittel-Versorgung auch in Krisenzeiten und geben aktuelle Hinweise zum Infektionsschutz


Abstand halten von mindestens anderthalb Metern, besser sogar zwei Metern, ist wegen der
Ansteckungsgefahr entscheidend. Das gilt ganz besonders auch beim Apothekenbesuch
Quelle: AKNR/AVNR

 

 

Apotheker als Gesundheits- und Krisenmanager in Corona-Zeiten

Kreis Heinsberg, 24.03.2020

Die Apotheken im Kreis Heinsberg sind in der aktuellen Notsituation vor Ort
weiter für ihre Patienten und Kunden da. Gerade jetzt ist der Versorgungs- und
Nachfragebedarf im Zusammenhang mit der persönlichen Gesundheit extrem
hoch. „Unser fachlicher Rat ist in dieser Ausnahmesituation ganz besonders
gefragt“, erklärt Jörg Haßiepen, Pressesprecher der Apotheker im Kreis Heinsberg.
„Wir sind derzeit unermüdlich für die Menschen als Gesundheits- und
Krisenmanager im Einsatz“, so Haßiepen weiter. „Es zeigt sich, wie wichtig das
flächendeckende Apothekensystem ist. Denn nur dadurch wird die Versorgung
rund um die Uhr über gut erreichbare Apotheken sichergestellt.“
Mit Blick auf die Pandemiesituation ist es wichtig, sich selbst vor dem Virus zu
schützen. Dazu geben die Apotheken im Kreis Heinsberg aktuelle Hinweise.
Medikamente am besten alleine abholen
Auch auf Grund der gestern von Bund und Ländern beschlossenen Regeln zur
Bekämpfung des Coronavirus sollten Medikamente in der Apotheke am besten
alleine oder maximal mit einer Begleitperson abgeholt werden. Um unnötige
Wartezeiten in der Apotheke zu vermeiden, kann es hilfreich sein, die Medikamente
in der Apotheke telefonisch oder per E-Mail vorzubestellen. So kann in
der Apotheke alles für die Abholung des Medikamentes vorbereitet werden.
Manchmal kann etwas Geduld gefragt sein, da einige Apotheken mit allgemeinen
und medizinischen Fragen telefonisch überlastet sind.
Medikamente können auch über den Botendienst der örtlichen Apotheke geliefert
werden. Dieser Service ist insbesondere für Risikopatienten, Verdachtsfälle
und Menschen in häuslicher Quarantäne wichtig. Die Beratung erfolgt in diesem
Fall telefonisch.

Verdacht auf Coronavirus?
„Bei Verdacht auf das neuartige Coronavirus sollten Betroffene unbedingt zu
Hause bleiben und den Botendienst der Apotheke nutzen oder einen Angehörigen
schicken, um die Arzneimittel in der Apotheke abzuholen“, rät Jörg Haßiepen.
Wenn ärztliche Hilfe benötigt wird, können sich die Betroffenen telefonisch bei
den Ärztlichen Bereitschaftsdiensten unter der bundesweiten Rufnummer 116
117 melden oder in ihrer Hausarztpraxis anrufen.
Abstand halten, Etikette und sonstige Schutzmaßnahmen beachten
Bei einem Besuch in der Apotheke sollte ein Sicherheitsabstand von anderthalb,
besser sogar zwei Metern zum pharmazeutischen Personal und anderen Patientinnen
und Patienten eingehalten werden. Auch sollte man so lange vor der
Apothekentür warten, bis ein Bedienplatz frei ist. So wird gewährleistet, dass
nur eine geringe Anzahl an Patientinnen und Patienten in der Apotheke ist. Viele
Apotheken haben mittlerweile durch transparente Glas- oder Acrylglasscheiben
an den Bedienerplätzen in der Apotheke für noch mehr Infektionsschutz bei der
Beratung gesorgt.
Es ist darauf zu achten, nicht in die Hände, sondern in den Ellbogen zu husten
und zu niesen.

„Beachten Sie bitte immer die Maßnahmen und Regelungen, die jede Apotheke
ergriffen hat. Sie dienen zum Schutz von Patienten und des Apothekenteams.
Das ist jetzt sehr wichtig, damit weitere Infektionen so gut es geht vermieden
werden“, verdeutlicht Jörg Haßiepen.

Keine Arzneimittel hamstern
Die Nachfrage nach Arzneimitteln ist derzeit hoch. Gekauft werden vor allem
Erkältungsmedikamente wie Fieber- und Schmerzmittel, Vitamin C, Vitamin- und
Zinkpräparate. Bei solchen rezeptfreien Arzneien gibt es viele Präparate verschiedener
Hersteller und daher keinen Mangel. Die Apotheken haben sich zudem
gut vorbereitet und die Lagerbestände erhöht. Es gibt keinen Grund, Arzneimittel
zu hamstern.
Hinsichtlich der von der NRW-Landesregierung erlassenen Möglichkeit, auch
sonntags zu öffnen, weisen die Apotheker im Kreis Heinsberg darauf hin, dass
Apotheken davon nur vereinzelt Gebrauch machen werden, da durch den Notdienst
immer genügend Apotheken rund um die Uhr geöffnet haben. „In der
Krisenzeit werden die Öffnungszeiten eher dort wo möglich eingeschränkt werden
müssen, um das Fachpersonal in Anbetracht der enormen Kunden- und
Patientenfrequenz zu schützen und zu schonen“, erläutert Apotheker Jörg Haßiepen.
Apotheken in erreichbarer Nähe außerhalb der Geschäftszeiten finden
Der flächendeckende Nacht- und Notdienst stellt die Versorgung außerhalb der
Geschäftszeiten sicher. Zu finden sind die jeweiligen Notdienst-Apotheken einfach
über eine PLZ-Suche auf der Internetseite www.aknr.de/notdienstsuche

Quelle: AKNR/AVNR