Volksbanken und Raiffeisenbanken im Kreis Heinsberg weiter auf Wachstumskurs

Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg steigern Bilanzsumme und Betriebsergebnis/Hoher Zufluss an Kundengeldern/gesunde heimische Wirtschaft

 

Kreis Heinsberg. Ein Bilanzsummen-Zuwachs um 5,6 Prozent (Vorjahr: 6,0 Prozent), neue Kundengelder im Volumen von rund 280 Millionen Euro (Vorjahr: 179 Millionen Euro) und eine gesunde heimische Wirtschaft: „2019 war erneut ein gutes Jahr für den Kreis Heinsberg und für unsere Genossenschaftsbanken – dem zunehmend herausfordernden Zinsumfeld zum Trotz.“ Das unterstrich der Sprecher der vier Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg, Dr. Veit Luxem (Volksbank Mönchengladbach), bei der gemeinsamen Bilanzpressekonferenz mit seinen Kollegen Bruno Kasper (Raiffeisenbank Erkelenz) und Jörn Treichel (Volksbank Haaren).

Einer ungebrochenen hohen Beliebtheit im Kreis Heinsberg erfreuten sich Spar- und Tagesgeldkonten. Hier verzeichneten die vier Genossenschaftsbanken Nettozuflüsse von insgesamt rund 180 Millionen Euro (Vorjahr: 176 Millionen Euro). Der Gesamtbestand beträgt nun 3,0 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,8 Mrd. Euro). „Wir freuen uns über das starke Kundenvertrauen. Trotzdem sollten Sparerinnen und Sparer angesichts des Niedrigzinses auch auf ertragsstärkere Anlageformen wie Aktien und Fonds setzen“, unterstrich Luxem.

Interesse an der Riester-Rente nimmt zu

Besonders erfreut zeigte sich der Bankensprecher daher über die ebenfalls wachsende Nachfrage nach Wertpapieranlagen. So stieg die Anzahl der Investmentfondsdepots bei den vier Kreditgenossenschaften 2019 um 3.560 (Vorjahr: 3.321) auf nunmehr gut 65.000. Das Volumen der Neuanlagen in Wertpapier- und Immobilienfonds betrug 40 Millionen Euro. Weitere 60 Millionen Euro flossen in Lebensversicherungspolicen. Auch die Nachfrage nach der staatlich geförderten Riester-Rente nimmt zu, wie Luxem berichtete. 2019 wurden bei den Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg 435 neue Riester-Verträge (Vorjahr: 31) abgeschlossen. „Die Menschen erkennen, dass die Riester-Rente gerade in Zeiten des Niedrigzinses ein sinnvoller Baustein der privaten Altersvorsorge ist“, unterstrich Luxem.

Wirtschaft profitiert von hoher Liquidität

Im Kreditgeschäft mit Privat- und Unternehmenskunden stieg das Volumen 2019 – nach hohen Zuwächsen in den Vorjahren – um weitere 22 Millionen Euro (Vorjahr: 92 Millionen Euro) netto auf über 2,5 Milliarden Euro. Brutto, ohne Berücksichtigung von Sondertilgungen und Vorfälligkeiten, vergaben die Institute Neukredite im Volumen von mehr als 110 Millionen Euro. „Aufgrund der wirtschaftlichen Erfolge der vergangenen Jahre sind die hiesigen Unternehmen so gut mit Liquidität ausgestattet, dass sie derzeit viele Investitionen aus eigenen Mitteln finanzieren. Wenn sie für ihre Wachstumsprojekte zusätzliches Geld benötigen, stehen wir ihnen als zuverlässige Finanzierungspartner zur Verfügung. Das gehört zum Kern unseres genossenschaftlichen Auftrages“, betont Luxem.

Unter dem Strich erhöhte sich die gemeinsame Bilanzsumme der vier Institute 2019 um 5,6 Prozent (Vorjahr: 5,8 Prozent) auf nun rund 4,1 Milliarden Euro. Das betreute Kundenvolumen, das auch Geschäfte umfasst, die an genossenschaftliche Partnerunternehmen wie Union Investment, R+V Versicherung oder DZ HYP vermittelt werden, stieg um ebenfalls 5,6 Prozent (Vorjahr: 4,1 Prozent) auf 7,8 Milliarden Euro. Infolge der mittlerweile abgeschlossenen Fusion zwischen Volksbank Erkelenz und Volksbank Mönchengladbach wurden erstmals die kompletten Geschäftszahlen der Volksbank Mönchengladbach in das Zahlenwerk mit einbezogen. Die Vergleichszahlen für das Vorjahr 2018 wurden entsprechend angepasst.

Dividendensumme von 1,9 Millionen Euro

Dank anhaltend geringer Kreditrisiken, einer positiven Entwicklung an den Kapitalmärkten und Kostendisziplin erhöhten sich die durchschnittlichen Betriebsergebnisse der Institute. „Wir nutzen diesen Erfolg primär zur weiteren Stärkung unseres Eigenkapitals, um uns für die Zukunft und für steigende regulatorische Anforderungen zu rüsten“, so Luxem. Doch auch die rund 56.700 Genossenschaftsmitglieder können sich – vorbehaltlich der Zustimmung der Mitglieder- bzw. Vertreterversammlungen – auf eine geplante Dividendensumme von rund 1,9 Millionen Euro freuen.

Der Nutzen, den die vier Volksbanken und Raiffeisenbanken für ihre Mitglieder und ihre Region stiften, geht aber weit über die Dividendenzahlungen hinaus, wie Luxem unterstreicht. Ablesbar sei dies beispielsweise am gemeinsamen Spendenvolumen der Institute von 389.000 Euro (Vorjahr: 374.000 Euro), 15.000 Euro mehr als im Vorjahr. Zudem zahlten die Genossenschaftsbanken 12,3 Millionen Euro (Vorjahr: 7,0 Millionen Euro) an Ertragssteuern, 5,3 Millionen Euro mehr als 2018, und leisten damit einen bedeutenden Beitrag zur Finanzierung der öffentlichen Hand. 768 Mitarbeiter sind in den Häusern beschäftigt, das sind 17 weniger als im Vorjahr, ist aber mit normaler Fluktuation zu begründen. Mit über 5400 Ausbildungstagen sorgen die Banken dafür, dass ihre Mitarbeiter ihr Wissen stets auf aktuellem Stand halten. Die Zahl der 2019 eingestellten Auszubildenden betrug 17 (Vorjahr: 16). Insgesamt bilden die Institute damit aktuell 47 junge Menschen aus. „Mit unserer Ausbildungsquote von 6 Prozent liegen wir über dem Durchschnitt der deutschen Wirtschaft“, so Luxem.

„Die Volksbanken und Raiffeisenbanken leisten einen unverzichtbaren Beitrag für ihre Mitglieder, für ihre Privat- und Geschäftskunden und für die gesamte Region. Das bestätigen unsere Zahlen für 2019 erneut“, lautet das Fazit des Bankensprechers. „Wir wünschen uns, dass Politik und Bankenregulierer dies noch stärker anerkennen als bisher.“ So müssten die bürokratischen Belastungen für risikoarme Regionalbanken gesenkt werden. Erfreulicherweise habe die EU mit ihrer Entscheidung, die Regulierung verhältnismäßiger zu gestalten und damit kleinere Institute zu entlasten, einen ersten Schritt in die richtige Richtung unternommen.

Aber auch bei der aktuellen Diskussion um eine mögliche Vergemeinschaftung der Einlagensicherung in Europa müssten die Stärken der Genossenschaftsbanken angemessen berücksichtigt werden, fordert Luxem: „Die selbstorganisierte Sicherungseinrichtung der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken hat 2019 ihren 85. Geburtstag gefeiert. Dank ihrer bewährten Präventionsmechanismen hat sie in all diesen Jahrzehnten ohne staatliche Hilfen beanspruchen zu müssen für eine Stabilität gesorgt, die international ihresgleichen sucht. Dieses Erfolgsmodell darf nicht einer zwangsweisen Vergemeinschaftung zum Opfer fallen“, unterstreicht der Bankensprecher.