Grüne Woche: Landwirte protestieren auch in Geilenkirchen

Aus diesem Grund rollte heute zunächst ein Traktor Konvoi durch die Geilenkirchener Innenstadt – am Markt vorbei in Richtung des Beamtenparkplatz. Nur hier konnten die etwa 30-40 Traktoren abgestellt werden. Nach Angaben der Initiatoren war eine Kundgebung auf dem Parkplatz eines Verbrauchermarktes geplant – was der Inhaber des Marktes jedoch ablehnte.

So wurde der Beamtenparkplatz als Abstellmöglichkeit der in Süggerath gestarteten Traktoren genehmigt. Von dort aus ging es dann zu Fuß in Richtung des Marktplatzes wo die Landwirte das Gespräch suchten und mit frischen Eiern, Blumenwiesen Samen und Flyern auf viele Missstände aufmerksam machten.

Viele Besucher des Wochenmarktes in Geilenkirchen nutzten die Chance um sich die Wünsche, Bitten und Forderungen der Landwirte anzuhören. Fragen nach den grünen  Kreuzen in Feldern wurden gestellt, über Massentierhaltung gesprochen und über die Preisgestaltung der Waren aus der Landwirtschaft diskutiert.

Auch Geilenkirchens Bürgermeister Georg Schmitz traf sich mit den Landwirten aus der Region und suchte das Gespräch um sich mit deren Sorgen und Nöten auseinander zu setzen.

Nicht von der Hand zu weisen ist das die Landwirte wenig gegen den Preisdruck ihrer Abnehmer in der Hand haben. Kenner der Landwirtschaft sprechen von „alltäglichen Grausamkeiten“ denen dieser Berufszweig ständig ausgesetzt wird.

Nun soll eine EU Richtlinie für Abhilfe sorgen. Mehr Fairness soll erzwungen werden um diese Richtlinie auch in Deutschland umzusetzen. Das soll bis zum Herbst 2021 geschehen sein. Für Streit sorgt die Frage wer diese Umsetzung dann überwachen soll. Im Gespräch liegt die  Überwachung durch das Kartellamt. Dann läge die Aufsicht beim Bundeswirtschaftsministerium. Favorisiert wird jedoch die Überwachung durch die Bundesanstallt für Landwirtschaft und Ernährung.

Von Seiten der „Grünen“ wird mehr Tempo verlangt. Die Sprecherin für Wettbewerbspolitik, Katharina Dröge, spricht von einem Marktversagen. Sie bemängelt das Supermärkte der Landwirten ihre Preise diktieren können.

Kurz gefasst, nach dem Gespräch mit den in Geilenkirchen anwesenden Landwirten, kann man die Forderung auf einen kurzen Satz beschränken: Die Landwirte fordern mehr Verständnis für ihre Arbeit und eine ordentliche Bezahlung für ihre Produkte. Eigentlich das was jeder Arbeitnehmer sich für seinen Job auch wünscht.

Einige Bilder der Protestaktion finden Sie hier – bitte klicken

Foto / Video / Bericht:
Heldens / westreporter