Großbrand im Affenhaus des Krefelder Zoo: Polizei mußte Gorilla erschießen

Krefeld
wie jetzt bekannt wurde hatten bei dem Brand im Krefelder Zoo mehr als nur die beiden Schimpansen überlebt.
Die Einsatzkräfte fanden in dem ausgebrannten Affenhaus drei weitere Menschenaffen die noch schwache Lebenszeichen besaßen, aufgrund der schweren Verletzungen keine Überlebenschancen hatten. Unmittelbar nach dem Auffinden erlöste eine Tierärztin zwei der Affen mit einem konzentrierten Narkotikum und schläferte sie ein.
Bei einem männlichen Gorilla wirkte das Mittel nicht. Aufgrund seiner schwersten Verletzungen mit großflächigen Hautschäden hatte die Tierärztin keine Chance so dass die schnellstmögliche Erlösung des Tieres mit Unterstützung der Polizei durch die Tötung durch Erschießen bestand.
Dieser Sachverhalt wurde bei der ersten Pressekonferenz – in Absprache mit den zuständigen Behörden – nicht bekannt gegeben. Man wollte die beteiligten Personen emotional schützen.
In einer Pressemitteilung der Polizei Krefeld gab es hierzu den folgenden Hinweis:
(Zitat) Unsere Kollegen waren zur Tötung des Tieres durch Kugelschuss nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet. Ansonsten hätten sich unsere Kollegen nach dem Tierschutzgesetz (§ 17) strafbar machen können.

Nach dem Brand und den Pressekonferenzen wurde in Sozialen Netzwerken viel diskutiert. Zweifel machten sich breit ob die – von der Polizei ermittelten Umstände die zum Brand geführt haben sollen überhaupt möglich seinen. Drei Frauen zwischen 30 und 60 Jahren sollen mit der Verwendung nicht zugelassener Himmelslaternen den Brand fahrlässig herbeigeführt haben. Schon bei der ersten Pressekonferenz kommunizierten die ermittelnden Beamten den Fund einiger Himmelslaternen in der unmittelbaren Umgebung des Brandortes, nur einen Tag später hatte sich die Mutter mit ihren beiden Töchtern freiwillig der Polizei gestellt. In den Nachrichten hatten sie von der möglichen Täterschaft gehört.
Dennoch fand man viele kritische Kommentare im Social Network. Eine bayrische Organisation teilte mit sie habe Strafanzeige gegen den Zoo gestellt, andere empfanden den Umstand über die Bauart des Hauses und die mangelnden Fluchtwege für die dort lebenden Affen für nicht zulässig. Wieder andere bezweifeln in ihren Kommentaren das die Affen überhaupt ums Leben gekommen seien sondern vor dem Brand in Sicherheit gebracht wurden. Wieder andere Unterstellen das dieses Affenhaus vorsätzlich entzündet wurde um den Platz für ein neues Affenhaus schnell zu bekommen. In der ersten Pressekonferenz sprach der Direktor des Krefelder Zoo über ein geplantes neues Projekt, einen Außenbereich für den erst vor wenigen Wochen die Baugenehmigung beantragt wurde.
Dieser nun bekannt gewordene Umstand über die Tötung der drei Menschenaffen dürfte in den Social Network eine neue Diskussionswelle entfachen. Verschwörungstheorien steht seit der Brandnacht offenbar nicht allzuviel im Weg.
Foto: Polizei
Bericht: Heldens / westreporter